When You Can’t Find an Exit: Psalm 88

Heute stolpere ich in meinem Reader über eine Repost von Bryan Lowe aus 2013, der ja als Pastor ganz offen mit seiner psychischen Erkrankung umgeht und damit Leute wie mich erreicht.

When You Can’t Find an Exit: Psalm 88 mit meinen ergnzenden Gedanken; und das Original dazu: https://brokenbelievers.com/2016/11/20/cant-find-an-exit/

Wenn ich anschaue, was ich damals – das war vor meinem Suizid-Versuch, vor viel Therapie und vor der ganz großen Krise im Job, bei der das Arschloch eines „Kollegen“ kräftig dran gearbeitet hat, dann komme ich zu ernüchternden Aspekten. Im Einzelnen:

Was schrieb ich damals? Wie sehe ich das heute?

 

Damals: Zu sehr hat mich die Arbeit und die wiedergekommene Depression im Griff. Zu viele Blockaden, kann mich kaum bewegen (arbeitstechnisch ist das heftig).

Heute: halbwegs im Griff. Ich kann arbeiten, wenngleich es mich viel mehr Kraft kostet als früher. Ich muss regelmäßig mit meinen Skills arbeiten. Manchmal (heute sogar selten) scheitere ich. Dann passiert irgendwas physisch Ungesundes oder Schmerzhaftes, nur um der Seele willen.

 

Damals: Schlechte Träume, heute Nacht hatte ich geträumt, mir das Genick anzubrechen und dann zur Bewegungslosigkeit verdammt zu sein.

Heute: keine Änderung. Alpträume kommen recht regelmäßig. Schlafprobleme sind mittlerweile normal. (Heute Nacht gegen halb drei eingeschlafen, kurz nach 2 sah ich den Wecker das letzte mal). Ein Glück, dass Sonntag ist.

Damals: Bin ich am Ende, oder an einem Scheitel- und Wendepunkt?

Heute: Ich denke, und das passt auch zu Jahren der Therapie, dass ich in einem Seelen-Tunnel drin bin, der dunkel ist. Und der erst mit meinem Tod endet. Ich bin da ziemlich ernüchtert. Hoffentlich endet das mit dem Tode… denn diese Perspektive für die Ewigkeit – nicht auszuhalten. Dann lieber nie geboren sein (als ob ich es mir heraussuchen könnte). Dank Therapie konnte ich den Umgang mit den Problemen verändern (siehe oben, SVV); doch nicht die Probleme selbst.

 

Damals: Auch wenn ich mit Gott oft hadere… Vielleicht ist er doch irgendwo? Hat ein Erbarmen mit jemandem, der sich selbst und anderen im Weg ist? Der nicht „performed“?

Heute: ich weiß es nicht, ob er existiert. Eine Form von „höherem Wesen“, das kann ich mir schon gut vorstellen. Ein Allmächtiger: mittlerweile weniger. Trotzdem bekenne ich noch Jesus. Aber: wir müssen uns unserer selbst erbarmen – Gott macht sich rar. Das ist für mich wohl eine Lebenserkenntnis: wenn wir es nicht untereinander schaffen, menschlich und gut miteinander umzugehen, dann wird es auch nicht passieren. Im Kleinen wie im Großen: auf der Arbeit oder im kriegerischen Konflikt.

~ von Waltkaye - 20. November 2016.

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