Schlaf 

Kaum wieder zuhause, mit mehr Schlaf im Gepäck als Wachzeit, kann ich nicht einschlafen. Gedanken an früher jagen und quälen mich. Egal, was ich in den letzten 18 Monaten angestellt habe, ich werde sie nicht los. Meine Gedanken drehen sich im Kreis, und dabei will ich sie doch loswerden. 

Gibt es eine Methode, den Kopf leer zu bekommen, ohne sich – wie mein alter Herr – ne Kugel durch den Kopf zu jagen? Wenn der Rest meines Lebens immer so bleiben sollte, wäre das nicht auszuhalten.

Weshalb habe ich das so verdient? Ich habe immer versucht, in Harmonie mit meinem Umfeld zu leben. Gute Dinge zu tun – wohl nicht  genug. 

Grad vor einer Stunde hat mir meine Frau Psalm 23 virgelesen. Auf mich wirkt das zynisch, leider. Wann kommt die grüne Aue, wann der Trost? Ich schaue in die Welt – deb bõsen Menschen scheint es besser zu gehen: jene, die sich über andere setzen, sich bereichern… Dann seh ich die, die mich abgeschossen haben – ihnen geht es blendend. Und die übrigen „Kollegen“ von früher, gerade die, die damals vor zwei Jahren jeweiks uhter 4 Augen von abgekrretem Spiel und Gemeinheit der beiden geredet haben – sie haben mich hängen lassen. 

Der Groll, Rachegedanken oder auch Selbstvernichtung… Auch diese Nacht wieder in meinem Kopfkino. Ich bin müde, und kann doch nicht schlafen: die Seele ist müde. Was soll ich bloss tun?

~ von Waltkaye - 12. Juni 2016.

Eine Antwort to “Schlaf ”

  1. Vielleicht sind die Psalmen wirklich Texte, die dir helfen können. Es gibt nicht wenige, in denen genau das zum Ausdruck kommt, was du hier beschreibst: Sich von allem Guten und selbst von Gott verlassen zu fühlen. Die Beobachtung, dass es den Schlechten, Gottlosen so viel besser geht als den Guten, jenen, die sich zu Gott halten und sich nach ihm sehnen.

    Was mich an diesen Psalmen immer beeindruckt: Mit welcher Kraft diese Menschen Gott ihren Schmerz hinschleudern. Ihn anklagen, weinen, ihre Verlassenheit zum Ausdruck bringen. Irgendwann wandelt sich der Ton. Es ist, als ob sie leer geklagt sind. Und – zaghaft oft, so als ob sie es sich selbst zusichern wollen – davon sprechen, dass letztlich doch Gott ihr Halt und ihre Hilfe ist und sie daran festhalten, dass er sie nicht loslässt, sondern ihr Geschick in der Hand hat und wenden wird.

    Grad hab ich keinen Psalm konkret zur Hand, kann also keine Zahl nennen, in der du das so nachlesen könntest. Aber google mal unter „Klagepsalmen“, da findest du sicher etwas.

    Und: Ich denke an dich, oft! Es wäre schön, wenn wir uns mal wieder treffen könnten.

    Liebe Grüße,
    P.

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