Zerrissener Schrei – Hölle und Terror in mir

Nebst einer weiteren Absage nichts Neues.

Doch.

Ich leide zunehmend unter innerlichem Terror. Damit ist ganz konkret gemeint, daß mir zuerst mal der IS auf den Sack geht, emotional. Ich habe selbst den Terror miterlebt aus spezieller Perspektive, vor 30 Jahren. Mich regt es einerseits nur noch auf. Ich habe oft Gedanken, die alles andere als christlich sind.

Insbesondere verquickt sich das aber auch mit dem, der mich im Beruf abgeschossen hat. Ich kann abends oft nicht schlafen, grüble im Bett und denke an das, was passiert ist: dass „die Bösen“ dieser Welt einfach ungestraft davon kommen und sich ins Fäustchen lachen. Und dann denke ich daran, den Typ meinerseits zur IS zu schicken, oder …

Ich lehne das Gedankengut gleichzeitig ab, aber der Groll will nicht weggehen. Es bräuchte wohl Versöhnung, aber von seiner Seite aus wird nichts kommen – ich habe das ja schon mal versucht. Er lacht nur drüber. Ich leide und möchte ihn am liebsten tot sehen. Stelle mir vor, wie sein Flugzeug vom IS angeschossen wird. Und anderes.

Heute beim Abendmahl im Gottesdienst war das auch schwierig, es kam mir wie Verrat vor, ich darf doch nicht töten, nicht einmal das Denken dazu ist gut für mich. Es zerreißt mich. Ein erweiterter Suizid mit dem Kerl ist genauso bescheuert, wie Suizid. Doch mein Herz schreit nach Hilfe, nach Gnade oder aber Vergeltung oder erweitertem Suizid. Ich sehe vor Augen, wie ich ihn … beleidige ist auch dabei. Ich kann kaum noch. Alles wirkt so fremd, so perspektivlos. Zerrissen. Wo ist Gnade, Gott?

Es heißt, die Hölle, das sind die anderen. Ja, das stimmt und… die Hölle, das bin auch ich. Ich wandere mehr und mehr im finstern Tal, aber kein Stecken und Stab sind in Sicht. Keine Aue, keine Weide. Nur innerlicher Schmerz, Leid, äusserliche Not: wie soll das weitergehen?

 

In diesen Gedanken, die ich hier dem Tagebuch und der anonymen Öffentlichkeit anvertraue, fühle ich mich trotz allem im Kampf gegen diese Gedanken und Gefühle SO EINSAM.

~ von Waltkaye - 6. Dezember 2015.

Eine Antwort to “Zerrissener Schrei – Hölle und Terror in mir”

  1. Deine Worte zu lesen schmerzt – vermutlich, weil dein Schmerz so spürbar wird darin.
    Aber ich finde es gut, dass du sie aufschreibst, rausschreibst – auch wenn ich das Gefühl habe, dass du sie damit nicht los bist, die Gedanken, Gefühle, Wünsche…

    Neulich las ich irgendwo, dass es (immer noch) nicht erklärbar ist, warum es Menschen gibt, die glauben, glauben wollen – und die doch erleben, wie fern ihnen Gott scheinbar ist.
    Auch ich habe keine Erklärung. Aber spüre immer wieder, wie dich das zerreißt, wie du kämpfst.
    Vielleicht ist aber das, dass du nicht aufgibst, das Zeichen dafür, dass Gott dich wirklich hält?

    Ich denke weiter an dich und höre nicht auf, Gutes für dich zu erbeten!
    LG,
    P.

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