Das Lustige Spiel „was bin ich“

Wenn ich die vielen Jahre anschaue, und sehe, wann es Probleme gab, dann war mein Leben eher negativ geprägt. Die meisten Dinge wurden mir von aussen aufgezwungen, wie der Wunsch meiner Eltern, ich sollte ein Mädchen sein (irgendwann wird es dann peinlich und man fühlt sich abgelehnt, wenn man das regelmässig hört), wie die äussere und dann auch innere Isolation als Jugendlicher, resultierend in starker Einsamkeit und ersten Depressionen. Dann, kaum war der Ausbruch erfolgt, Suizid meines Vaters, Verarschung durch Mutter und vom Bruder hinsichtlich des Erbes über den Tisch gezogen. Versucht, Lob durch Leistung zu bekommen, hat bis auf den jetzigen Job geklappt. Hier dann Burnout, und nun die letzten Monate von Säge wie die berühmte Kuh durch Dorf getrieben worden. Erneut starke Depressionen. Gedanken an und Wünsche zum Tod nicht mehr nur täglich. Eigentlich ständig, jedesmal dann, wenn ich allein bin und nichts zu tun habe, oder auch schon mal im aktiven Arbeiten. Was soll’s…

Was war gut? Eigentlich nur meine Frauen (Familie und 2 Freundinnen). Aber mit Familie klappt es auch nicht mehr, es wird für diese mit mir immer schwieriger.

Lange an Gott irgendwie gehalten, aber eben nur schlecht. Die Bibel nennt das „lau“. Gibt es ihn wirklich? Wo ist er? Ich spüre ihn schon lange nicht. Zu lange jetzt.
Ich weiss nicht, ob es ihn gibt, keine sog. Heilsgewissheit. Kein kindliches Geborgen sein mehr. Nur ein intellektuelles Konstrukt noch? Ich hab auch hier alles falsch gemacht. Fehler bei mir.

FEHLER. FEHLER. FEHLER.
FALSCH. UNGEWÜNSCHT. WERTLOS.
UNFÄHIG. SELBST SCHULD. SCHULDIG.

das bin ich.

~ von Waltkaye - 17. September 2014.

8 Antworten to “Das Lustige Spiel „was bin ich“”

  1. Und wenn du schuldig bist und Fehler gemacht hast – du bist und bleibst ein geliebtes Kind Gottes, ein geliebter Mensch.
    Dass es nicht an dich heran kommt, heißt nicht, dass es nicht wahr ist.

    Ich denke an dich, bete für dich.
    Sei behütet!
    P.

  2. Diese Suizid-Gedanken kenne ich nur zu gut, mein Lieber. Es kann Dir hierbei keiner helfen, nur Du selbst.
    Ich bin keine Nonne oder sonstige Betschwester, aber: versuche zu beten! Es hilft wirklich. Geh in irgendeine Kirche und setze Dich dort ganz alleine hin und höre einfach in Dich hinein.
    Du solltest alles, wirklich Alles versuchen, aus diesem tiefen Tal heraus zu kommen. Und gib Dir selber Zeit. Soviel Du brauchst. Höre nicht auf andere, tue das, was Dir gut tut.
    GLG Pauline ❤

    • Die stimme in mir sagt ehrlich nur noch, dass ich endlich es tun soll. Gott höre ich nicht mehr. Selbst schuld dran. Gehöre zu den Böcken, denen die auf die schlechte Seite aussortiert werden, falls es so passieren sollte.

      • Wenn Du der festen Überzeugung bist, das das für Dich das Richtige ist, dann zu es einfach.
        Ich bin jedoch ganz fest davon überzeugt, dass Du es nicht tun wirst, sondern dass das Schreiben darüber ein einziger großer Hilfeschrei von Dir ist.
        Auch die Böcke, die auf die schlechte Seite aussortiert werden, sind immer noch zu irgendetwas gut!!!

        • Hilfeschrei… Wohl schon.
          Aber auch schon recht entschlossen.

          Wie ich aus einer mail lese, würde ich nicht alleine gehen müssen.

          Und als Bock, da taugt man eh nur als schlechtes Beispiel oder zum schmoren, in der Hölle.

          • Du bist „schon recht entschlossen“ wie Du schreibst. Ich bleibe dabei: „Hilfeschrei“!!!
            Das mit der Mail würde ich nicht so ernst nehmen: das eine ist, was derjenige schreibt, das andere aber, was er denn tatsächlich tut!
            Und hier paßt ein ganz lapidarer Satz, der aber genau das ausdrückt, was derjenige in der Mail sagt: „Wer schreibt, der bleibt!“
            Und lieber ein schlechtes Beispiel als gar keins, oder?

  3. Hör auf, dich über dein Ungewolltsein usw. zu definieren. Definiere dich über die Dinge und Eigenschaften und Menschen, die DU liebst. Verlass die Passivität und geh in die Aktivität. Ich weiss, das hört sich an wie Phrasendrescherei, aber so ist es nun einmal. Jemand hat einmal den Satz gesagt: „Es ist so, wie du willst, dass es sei“ Ich hatte das erst nicht kapiert, er gab mir ein Beispiel: 7 Leute in einer Kneipe im Winter, 6 sind gut drauf, 1 schlecht. Draußen Glatteis.Wer legt sich aufs Maul? Der der mies drauf ist. Sowas ist kein Zufall. Wenn ich will, dass es mir gut geht, dann habe nur und nur und nochmals nur ICH das in der Hand. Keine Vergangenheit und nicht die anderen. Es kommt drauf an, wie ich die negative Meinung anderer wahrnehme, ob sie Recht haben,dann ändere ich mich, wenn sie Unrecht haben, dann werde ich nicht klein und füge mich, dann lass ich es an mir abperlen, oder wehre mich. Du selbst sortierst dich aus durch deine Haltung. Geh einfach mal anders herum. Nicht so, wie du es gewohnt bist, nicht so, wie es alle von dir kennen. Geh anders herum. Kritik kann auch was Positives sein. Ich kann mir schon vorstellen, dass Kunden (jetzt mal als Beispiel) deine Grundhaltung sehen und spüren und dich deswegen negativ bewerten. Das aber ist nichts weiter, als ein Spiegel deiner Selbst.
    Hast du dich in den letzten Wochen an der Herbstsonne erfreut? Wenn nein, dann ist das eins deiner Probleme, du siehst das Schöne nicht, weil du es nicht sehen willst, weil es dir ja gut gehen könnte damit.

    • Ich hab ja kapiert, dass ich selbst schuld bin am meiner Misere.
      Nur hat nichts gefruchtet, was mir hätte heraushelfen können. Bin offensichtlich zu bescheuert/seelisch verkrüppelt/…. um das hinzukriegen.
      Konsequenz wird dann irgendwann klar.

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