Die Seele macht keine Ferien

Ferien… schon ein paar Tage lang.

Nur die Seele kommt nicht mir. Die bleibt beim Problem – dem Arbeitsplatz, dem dort abgeschossen sein. Es wird ja demnächst einen Wechsel eines Teils der Arbeiten an „Säge“ geben. Ich bin sicher, dass das Spiel aber nicht aufhören wird. Dass es solange weitergeht, bis ich gegangen bin.

 

Gehen… das wäre schön. Zu einer anderen Arbeit, zu der meine Skills auch besser passen. Mein Chef hat ja oft genug gezeigt, dass er meine IT-Fähigkeiten zu 0% schätzt. Ich, der unfähige Informatiker. Diplom und PhD in dem Bereich, wie auch Berufserfahrung, sind alles nichts wert. Es ist wichtig, dass man sich selbst verkauft, und natürlich auch die Firma.

 

Man verkauft also seine Seele. Deswegen macht sie keine Ferien.

 

Ich habe Angst vor den nächsten Mails. Soweit ist es auch. Angst vor den nächsten Arbeitstagen. Jeder Chef und jede Firma vorher hat mir signalisiert, ich werde gebraucht, mit genau meinen Skills. Hier nicht. Aber wegbewerben… in meinem Alter und mit den Erfahrungen meiner jetzigen Firma („keine Projekte!“) aussichtslos. Nur Meldungen wie „Leider nicht berücksichtigen können“.

 

Das Thema Suizid ist trotzdem etwas in den Hintergrund gerückt – ich versuche mich, so gut wie möglich abzulenken. Es wird wohl im September nach den Ferien wieder aktuell. Hoffe, dass ich bis dahin Therapie gefunden habe. Ich fühle mich so nutz- und wertlos. Lange halt ich es nicht mehr durch.

 

Zudem war ich bei Geistlichen im Kloster. Auch die haben keinen Rat gehabt. Sie kennen das Problem, wie auch neulich der Psychiater, der mich medikamentös einstellt.

 

Gott mach Ferien? Ich spüre ihn nicht mehr. Schon lange nicht. Das liegt an mir, auch zu dieser Beziehung bin ich unfähig.

 

~ von Waltkaye - 18. August 2014.

5 Antworten to “Die Seele macht keine Ferien”

  1. Hier hinterlasse ich dir mal einen Seufzer – ich denke an und bete für dich. Und vor allem, dass sich an deiner beruflichen Situation etwas zum positiven verändert.

    LG,
    P.

    • Tut mir leid. Ich wollte Dich weder belasten noch das Gefühl vermitteln, ich bewege mich gar nicht.

      • Hm. Du darfst mich belasten, auch dafür sind Freunde doch da!
        Und woraus schließt du, ich könnte annehmen, du bewegst dich nicht? Das ist mir grad ein Rätsel. Auf den Gedanken bin ich bisher gar nicht gekommen. Im Gegenteil – ich weiß doch von deinen Versuchen und Kämpfen.

        Alles Liebe,
        P.

  2. Ich wünsche dir Energie und Kraft! Ich hoffe du findest einen anderen Job. Sowas macht einen fertig. Das weiß ich aus eigenen Erfahrungen! Jobwechsel ist dennoch nicht leicht. LG desweges

    • Danke Dir.
      Ja, ein Jobwechsel ist wirklich nicht mehr leicht – früher war es problemlos, da kamen die Jobs zu mir. Aber jetzt, mit dem Alter und der Position (die ich hier nicht nennen will), wird es schwierig. Die Position bedingt einen Abstieg (Ok damit, aber die Arbeitgeber nehmen einem das nicht ab), das Alter scheidet anscheinend schon per se einige Jobs aus. Und wegen der Position fehlen die operativen Dinge…

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