5 Jahre tägliches Murmeltier

Seit knapp über 5 Jahren blogge ich hier, zuerst nur über meinen Gemütszustand, dann auch über anderes. Ein 2. und ein 3. Blog folgten.
Wo stehe ich heute im Vergleich?

  • 2 liebe Menschen (beides  Frauen) gefunden, mit denen ich Kontakt habe. Eine davon sehe ich auch alle paar Monate, und es freut mich jede Begegnung. Die andere ist weiter weg, dafür aber ab und an Telefon; wir kennen uns aus der Klinikzeit. Mehr hat sich leider an Freundschaften nicht entwickelt. Ich bin mittlerweile darüber im klaren, dass ich hier nicht viel geben kann, was andere gross interessiert. Und ich bin zu bescheurert dafür.
  • Familie: wir versuchen das Beste draus zu machen. Aber ich stosse immer wieder an meine Limite. In der Klinik hiess es „emotional instabil“. Und ich sehe, wie wenig ich real geben kann. Schade.
  • Depressionen: ein ewiges auf und ab. Ohne Medikamente wäre ich schon längst woanders. Die inneren Konflikte mit Eltern soweit lösen können, dass sie mir sch…egal sind. Sind ja eh tot. Und das, was an Missbrauch gelaufen ist, weitestgehend aufgearbeitet, die Narben blieben.
  • Alpträume (nachts): verschwunden! Ein Lichtblick. Immerhin das konnte sich lösen. Ich bin einem der Menschen, der mit an dem ganzen Teil hatte, zumindest dankbar für ein Gespräch und seine Entschuldigung.
  • Job ‚& Burnout: es ist schlimmer geworden. Ohne das, was ich in der Klinik vor Jahren gelernt habe, wäre ich ebenfalls woanders, oder zumindest wieder in der Klinik. So habe ich versucht, das gelernte gut zu nutzen; mit mässigem Erfolg leider. Aus dem Job komme ich nicht raus – einige Anfragen – kein Erfolg. Zu alt, ist meine Erkenntnis. (Sicher nicht unterqualifiziert).
  • Christliche Welt: immer weniger. Gott ist dermassen weit weg. Vermutlich gibt es ihn, obwohl ich den Zweifel täglich habe. Aber der Rest… da fehlt mir FÜR MICH SELBST die Überzeugung. Komischerweise für andere nicht. Könnte ich einen Menschen mehr dadurch zur Rettung bringen, würde ich die Verdamnis wählen. Sie hat ja schon begonnen.

Wohin wird der Weg gehen? Ich weiss es nicht. Murmeltiere können bis zu 15 Jahre alt werden.

Neulich, in der Zeit, in der es in der Arbeit so richtig heftig wurde (und immer noch ist – Stichwort Boss hat anderes auf dem Radar und andere Prioritäten, er versteht auch definitiv nichts von dem, was ich mache und auch könnte; Kollegen sägen am Stuhl, einer ja erfolgreich), da habe ich drum gebetet, in diesem Jahr zu sterben; durch Unfall oder Krankheit wegen der Versicherung für die Familie. Es wäre das Beste.

Ich sehe mein Leben und fühle immer wieder – ahnend, dass das angesichts der Familie und der beiden Freundinnen nicht richtig ist – es (das Leben) und ich: nichts wert. Mir ist das Denkschema bekannt, aber ich kann es nicht abstellen. Oder, es ist richtig? !

~ von Waltkaye - 29. Mai 2014.

4 Antworten to “5 Jahre tägliches Murmeltier”

  1. Nein, es ist definitiv nicht richtig – zu deiner letzten Frage.

    Was ich an deiner Bilanz schön finde: die positiven Dinge, die du aufführst. Erfolgserlebnisse (Gelerntes anwenden z.B.) und Menschen, denen du wichtig bist. Zu geben hast du vieles, sonst wären sie nicht da.
    Das Negative bestimmt nicht den gesamten Eintrag und das ist schön.
    Auch wenn die Punkte schwer wiegen (Job).
    Und dass es Positives gibt, schöne Dinge in deinem Leben, du Kraft hast mit dem Schweren umzugehen und nicht daran zu zerbrechen – da ist aus meiner Sicht der beteiligt, dem du für dich selbst so schwer glauben kannst: Gott, der dich hält, auch wenn du es nicht spürst.

    Sei behütet!
    P.

  2. Hallo,

    Ich kann dich so gut verstehen. Schaue zum einen ganz ohne Hoffnung auf mein Leben. Zum anderen habe ich auch die Erlösungswünsche durch Selbstverbrennung. Ich glaube nicht, dass es je besser wird.

  3. Kein Lichtblick?
    Denke an dich!
    P.

  4. bei deinem aktuellen eintrag kann ich nicht kommentieren. möchte dich aber wissen lassen, dass ich gelesen habe und an dich, an euch denke.
    wünsche dir, dass die reise gut verläuft und du auch genießen kannst, was du siehst, erlebst, entdeckst.

    lg,
    p.

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