Es wird weiter munter gesägt…

Wie Leser des Blogs sich vielleicht erinnern, sagt jemand an meinem Stuhl.
Jetzt ist ein 2. dazu gekommen. Beide haben einen Businessplan vorgelegt, wie mein Bereich aufzulösen und in ihren zu integrieren ist.

Das bizarre an der Situation ist, dass mein Bereich geringfügig positive Zahlen schreibt, während deren Bereich deutlich im negativen liegt. Nur ist meiner klein, deren gross. Ergo wollen sie sich durch meinen Bereich nach oben hangeln.

Da unser Kontrollgremium natürlich an Zahlen interessiert ist, haben sie alles getan, um aufzuzeigen, dass der Plan klappt. Finanziell mag das klappen, inhaltlich jedoch völliger Blödsinn.

Nächste Woche wird ein erster Entscheid gefällt.

Gleichzeitig versuche ich, bisher vergeblich und nun verzweifelt, einen anderen Job zu finden. Aber, das Alter einerseits und die Altlast dessen, was ich in den vergangenen Jahren machen durfte (managen) und was nicht (das, was ich kann).

Als wäre das nicht schon genug, fängt mir meine bessere Hälfte heute an, Druck zu machen; Druck wegen einer Leidenschaft, die ich habe. Sie könne das nicht verkraften (es geht nicht um Dich, K., sondern um den Aspekt, wie ich mich meiner Frau nie zeigen würde.)

Hört der Stress, die verdammte Einsamkeit in manchen Dingen (wie eben diesem Aspekt), Angst um die Zukunft etc eigentlich nie auf? Wenn ich auf mein Leben zurück schaue, dann war es mehrheitlich schwer und negativ aufgeladen. Nicht, dass ich es gewollt hätte. 2 Psychologen haben mir unabhängig voneinander aufgrund der Lebensgeschichte klar gesagt, dass das Erlebte über das normale Mass deutlich hinausgeht.
KANN ES NICHT ENDLICH AUFHÖREN? Ich wäre so gerne mal eine Zeit lang unbeschwert und glücklich.

Ich fühle mich gerade so abgestumpft und deprimiert, wie seit dem Burnout vor 4 Jahren nicht mehr. Aber wenigstens schreibe ich es. Ich sollte mal schauen, was ich so im Beginn des Blogs geschrieben habe…

Ich hoffe, dass die eine Job-Tür, die noch nicht geschlossen ist, für MICH offen ist. Dass ich den Job bekomme. Was soll werden, wenn es nicht klappt?
Dann sitze ich ggf schneller auf der Strasse, als mir lieb ist. Ein Alptraum, den mir meine Mutter „erfreulicherweise“ so vorgebetet und eingeimpft hat, dass ich jetzt Panik habe.

So halte ich mich am dem einen Hoffungsfunken fest, so gut ich kann, und hoffe, weder in die Depression abzurutschen, noch Job-mässig in eine Sackgasse gelangt zu sein.

Ach, liebe Leser, eigentlich will ich Euch nicht weiter belasten. Es tut mir leid.

~ von Waltkaye - 8. April 2014.

3 Antworten to “Es wird weiter munter gesägt…”

  1. Puh! Das ist krass. Sehr krass. Da wird mit sehr harten Bandagen gekämpft. Dass dich das mutlos und fertig macht – mehr als verständlich!
    Die private Sache dazu, auch nicht schön. Es tut mir Leid, dass es stets auf mehreren Bereichen schwer zu sein scheint, so dass nicht der eine den anderen ausgleichen kann, sondern du in allen kämpfen musst. 😦
    Wenn ich was für dich tun kann – außer beten, was ich ja schon tue, lass es mich bitte wissen.

    Sei behütet! Ich wünsche dir Licht, noch vor Ende des Tunnels!
    P.

  2. Was mir noch einfällt: Warum muss immer der Mann für den Erhalt des Einkommens sorgen? Kann nicht auch eine Lösung sein, dass du erst mal dort gekündigt wirst – raus aus diesem ganzen Schlamassel, Druck, Stress, negativen Tuns und Denkens (ja, du hast von deiner Mutter geschrieben, blöd, so eine Kondition – ich wünschte dir, du könntest davon frei sein, keine Panik haben bei dem Gedanken). Aber dass du zur Ruhe kommen könntest, auch körperlich – um dann ausgeruht und nicht gestresst weiter auf die Suche zu gehen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen (will?), dass ein Mann mit deinen Fähigkeiten und Kenntnissen nicht irgendwo gebraucht wird.

    Alles Liebe.

  3. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Vorstellungen über die eigenen Stärken und Fähigkeiten sehr eng werden können (Im Burnout ist eine solche verengte Sichtweise doch häufig auch zu finden).

    Die Spezialisierung im ausgeübten Beruf und die Beschränkung auf das Umfeld der eigenen Firma bedeutet jedoch nicht, dass es keine Alternativen mehr gibt! Andere Firmen sind vielleicht auch dankbar für neue Ideen, die von außerhalb kommen 😉 Sogar die Branche könnte man möglicherweise wechseln…

    Sinnvoll ist dann sicher eine Veränderung – „CHANGE“ – zunächst einmal die eigene Perspektive erweitern, eventuell eigene Verhaltensweisen überdenken und verändern, Prioritäten hinterfragen und kommunizieren.
    Eingefahrene Gleise führen oft nicht weiter. Es erfordert Umdenken und ein Einlassen auf neue Strukturen. Manchmal ist das schwierig, weil der Mensch ein „Gewohnheitstier“ ist.
    Und wenn andere (Familie, Freunde,…) ebenfalls betroffen sind, ist es natürlich etwas schwieriger, Veränderungen anzugehen. Trotzdem nicht unmöglich und allemal wert, das anzupacken – allerdings wenn es geht, bitte mit Gelassenheit, Achtsamkeit, Respekt und Einlassen auf die Gefühle der anderen. Ebenso sollten auch die eigenen Gefühle erkannt und kommuniziert werden. (Etwas schwieriger, wenn man mit IT beschäftigt ist und dazu noch hört: Bleiben Sie sachlich… 😉

    Den *perfekten* Zustand wird man kaum erreichen können, zumal das Leben weiterläuft und neue Entwicklungen / Ereignisse uns zur Reaktion herausfordern.
    Die Zufriedenheit kann vielleicht schon mit einem „Zielerreichungsgrad“ (für die eigenen ! Ziele und nach eigener ! Bewertung – andere haben eben andere Meinungen) von 80 oder 60 Prozent eintreten.

    Eine kleine Ergänzung:
    Ich empfand die Einträge bisher als informativ und erhellend – aus meiner Sicht besteht kein Grund, dass es dir leid tun sollte. (Was genau tut dir eigentlich leid?)

    Und ein zweiter Gedanke:
    Es gibt Hilfe und Unterstützung aus Ecken und zu Zeiten, die man sich nicht immer vorstellen kann.

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