Erschöpft in jeglicher Hinsicht

fast 2 Monate arbeiten ohne richtige Pause – d.h. SA und SO ebenfalls gearbeitet. Gefühlter 200% Job; in der Realität sicher nur knapp drunter. Und doch, ich erkenne kaum Fortschritt, weil alles so kleinteilig ist. Weil Chef nur die Probleme ankreidet, aber wenn was gut ist… nichts. Dabei bin ich dermaßen von Lob und Ermutigung abhängig; ich versuche es mir selbst zu geben und kriege das auch von einigen Kunden zumindest partiell gespiegelt, dass nicht alles falsch wäre. Trotzdem: verhungert. Ich habe das Gefühl, das es nicht mehr zu reparieren ist. Neuer Job MUSS her. Nur woher?
Anlässlich eines Jahrestages versucht – vergeblich – zur Besinnung zu kommen. Selbst der Jahrestag lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Immerhin hat meine Sekretärin liebevollerweise dran gedacht; und dann haben in Folge dessen auch noch ein paar andere gratuliert. Meine Peers im Job ansonsten… Fehlanzeige. Warum gratuliere ich eigentlich jedem? Es kommt doch eh nix zurück.
Bin mehr als frustriert. Fühle mich demontiert, auch weil mein Chef die Sachen die ich gut kann nicht mir gibt, sondern jüngeren; als Arbeitskraft offensichtlich unfähig, was gut zu machen; organisatorisch auch genauso bloß gestellt; was anderes zu finden unmöglich etc…
Meine Liebste will ebenfalls Veränderung; wie schon lange. Wohnort wechseln. OK, kann ich nachvollziehen. Für das doppelte Geld weg vom Lande; woher das kommen soll, weiß ich nicht, aber sie meint, es würde schon… Da ich definitiv rechnen kann, sehe ich das nächste Problem kommen.
Ich fühle mich nur noch in der Sackgasse, egal wo. Arbeit. Zuhause. Eigener Wert. Ich habe nun oft genug erlebt und damit auch gelernt, dass ich das Problem bin. Da kann die ganze Therapie was anderes behaupten, ein Blick in die Realität gibt mir mittlerweile – Optimismus und kognitive Elemente der Therapie von früher durchaus im Kalkül – recht. Ich akzeptiere es nun einfach.
Und Gott… keine Verbindung mehr. Wenn ich ihn anrufe…nix. Ich gebe zu, mich nur noch selten zu melden. Zuviel Druck; abends müde; und eben fehlendes Feedback durch ihn. Früher hatte ich das Gefühl, ihn irgendwie in mir zu spüren. Weg.
Dieser Tage habe ich versucht, 2 Mitarbeitern, die mit sich Probleme haben, zu helfen. Sehr persönlich; und ich habe dann auch von meinen Versuchen erzählt. Eigentlich schön. Was alles passiert ist, und wie es irgendwie weiter gegangen ist. Ich hatte einen Moment lang das Gefühl, vielleicht was zu bewirken, im Guten. Doch danach, und auch abends auf dem Heimweg bei mir das große Grausen: was alles passiert ist in meinem Leben (angefangen vom Missbrauch über jugendliche Isolation und fehlendes Lob der Eltern hin zu immer mehr leisten), und dass es irgendwie nicht mehr weitergehen wird: zu alt für den Arbeitsmarkt, keine Option irgendwas vernünftiges zu finden.
Wären da nicht die 4 Menschen, die auf ihre Weise zu mir stehen, wäre das Leben gar nichts wert. Nur durch diese Kontakte lebe ich noch. Danke Euch – Familie, Madame.

~ von Waltkaye - 19. Juli 2013.

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