Traumatherapie und erste Traumaerinnerung: Nicht so sein dürfen, wie man ist? Und dann 2 Wochen mit Achterbahnfahrt

Schon einige Tage nichts geschrieben. Dazwischen: nur Stress, Gefühle und Stimmungsschwankungen pur. Gerade fühl ich mich elend.

Aber im Einzelnen:

English: Sascha Schneider, "The Feeling o...Letzte Woche zu Beginn den 3. Termin der Traumtherapie, erstmal mit EMDR, auf einem „kleineren“ traumatischem Bild, das aber in den Gesamtkontext gut rein passt.

Während der Therapie kamen immer mehr Gefühle hoch. Körperlich spürbar, im Kopf. In den Musklen. Alles auf Abwehr und Flucht. Dann nach einer Weile Angriff: gegen meine Eltern. Weil das, was so alles hochkam, nicht in Ordnung war. Missbrauch (seelischer Natur). Vernachlässigung. Immer wieder das Gefühl: ich soll (so) nicht sein. Abgelehnt. Wäre doch besser ein Mädchen geworden. Als Junge nicht gross angenommen. Mein Bruder brauchte Hilfe, ich lief irgendwie mit. Wenig Beachtung. Immer als „der kleine“ etc… Mit meinen (vorhandenen) Begabungen nicht beachtet.

Das konkrete Trauma: ich, als Junge und recht klein (3-4?) im Rock. Nur ein Fragment im Gedächtnis, klares Bild, klare Gefühle (Brech).

Heute: nun, es ist ein Teil von mir – im schlechten wie im guten. Manchmal wünschte ich mir, meine Eltern wären nicht immer so ironisch und spöttisch gewesen („Rumpelstilzchen“ haben sie mich manchmal genannt; heute wäre mir ein liebevolles in den Arm nehmen eigentlich lieber.)
Ich denke, das Thema wird mich Zeit meines Lebens begleiten, da bin ich sicher: das Sein, wie ich gerade bin, gilt es immer auch teilweise zu verstecken. Ob als „sexuell normaler aber begabter Junge“, dessen Eltern hier Scheisse gebaut haben (ja, ich kann schreiben, dass ich begabt bin; ich kenne meinen IQ (2-fach gemessen):  hoch genug für Mensa. Ich weiss, was ich innerlich sehe und höre, wie Kreativität in mir steckt, und wie oft meine (früheren) Kollegen (bei denen es mehr Zusammenhalt gab als jetzt in der jetzigen Firma) mir auch das signalisierten. Oder – um nicht zu abschweifig zu werden – als heutiger quer in der Landschaft liegender Klotz mit seinen Macken, Ecken, Kanten und eben auch Vorlieben. Auch das heisst es, zu verstecken.

Der Tag nach der 1. EMDR Sitzung: emotionale Achterbahn. Abends (aufgrund von familiärem Stress) richtig verrückt geworden (ein Rechner ging nicht, ich sollte meiner Liebsten noch was mit Emails helfen, der 2. Rechner wollte nicht auf die Webseite, der 3. Rechner machte auch Unfug und zeigte nur das Warte-Icons. Ich irgendwann – Druck emotional im Hintergrund, irgendwann von mir selbst „das muss doch gehen“ – auf den 3. Rechner draufgehauen. Defekt. Scheisse.

Gegen Wochenende dann den 2. Termin mit EMDR; genau dieses Setting eingebracht. Gefühle kochheiss. Und genau das Wissen, man wäre gerne in den Arm genommen worden. Eigentlich hat das in meiner Kindheit meine Oma gemacht, wenn Sie nicht auf Reisen (leider oft) war. Eltern? Das Thema war mit 6 Jahren durch.

In Summa der letzten Woche: ich kann hier nur Ansatzweise aufzeigen, wie heiss es bei mir innerlich her ging. Dazu Stress (Arbeitsvolumen) in der Arbeit.

 

Nun, diese Woche, und speziell vor allem heute: Noch mehr Stress, weniger durch die Emotionen, aber durch die schiere Menge an Arbeit (3 Tage von früh bis spät, d.h. um 5 raus, um 6 weg, und abends so je nachdem zwischen 21 bis 24 Uhr nach hause gekommen. Ein normaler Tag. Und heute… geplant, einen halben frei zu haben, um einen Besuch einer besonderen Party zu haben. Zeitlich keine Chance, zuviel Arbeit.

Deutsch: Na ja nicht ganz eine Ruine aber auch...Aber auch emotional schlimm:

Wir investieren in der Firma in interne Arbeitsplätze. Solche, die zuerst mal kein Geld einbringen. Das Budget 2013 sieht deswegen (und nur deswegen!) schlecht aus: wir hätten eine schwarze Null, ggf. etwas drüber, würden wir nicht intern so wuchern (vor wenigen Wochen wusste das noch keiner – jeder der internen hat halt seine Wünsche eingegeben).

Dafür dürfen nun alle Bereiche prüfen, wo man Kosten sparen kann, auch in den Bereichen, in denen Geld verdient wird. Ich stehe also seit heute mittag auf einer Liste (grad nochmal durchgelesen).

Nicht gleich Entlassung, das steht da nicht. Aber lesen kann ich und die Konsequenzen sind klar. Muss mir einer der BWLer, die das hier lesen, mal erklären: warum produktive Bereiche eingeschränkt werden (ich habe einen positiven DB3 und trage zum Unternehmensgewinn bei; zugegeben sind meine Fixkosten seit meiner Erkrankung hoch, denn es wurde jemand eingesetzt für Tätigkeiten, in denen ich ausgefallen war, die ich danach nicht wieder zurück bekam – ich verwalte also mehr als mir lieb wäre), während interne Bereiche (die keinen DB erzeugen!) ausgebaut werden sollen. Nun ja. Politik vermute ich. In meinem Alter das berufliche Todesurteil, sollten die Vorschläge umgesetzt werden. Und so fühle ich mich gerade: Tot.

P.S.: Sorry, ihr lieben Leser, die Ihr an mich denkt und ggf. auch für mich betet. Aber das ist für mich grad wirklich starker Tobak.

P.P.S.: 2 bewegende Wochen seit dem letzten Eintrag.Licht und Dunkel, Himmel und Hölle.

~ von Waltkaye - 16. November 2012.

3 Antworten to “Traumatherapie und erste Traumaerinnerung: Nicht so sein dürfen, wie man ist? Und dann 2 Wochen mit Achterbahnfahrt”

  1. Ach Mensch. 😦
    Das tut mir so Leid – wie gut, hätten wir uns heute sehen können. Und so – Frustration. Kein Ausgleich. Kein Gefühl des ‚du tust gut/ich tue gut‘ für dich.
    Ja, ich denke an dich.
    LG,
    P.

  2. Ich hab diesen Post jetzt zweimal gelesen und „gefällt mir“ anzuklicken scheint nicht so das Richtige (Aber danke für deine Klicks bei mir.) Ich finde es auf jeden Fall toll, wie intensiv du die Therapie annimmst. Dazu gehört Mut und innere Kraft. Das kann auch ein dummer Budgetplan nicht kaputt machen.

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