Spätsommer

Sweetening the first day of schoolEs ist Spätsommer – wer hätte es gedacht. Die Schule beginnt wieder. Ich habe einen knappen Monat keine Depris gehabt – das ist schon rekordverdächtig. Allerdings schiebt sich seit gestern wieder langsam ein Schleier rein. Ich merke, dass mir das Spiel an der Arbeit wieder zusetzt. Ich sehne mich nach Begegnung (im BDSM). Hoffe auf Christen, die mich verstehen.

Alles was gelingt, hat mit mir selbst zu tun – einzig mit mir selbst. Sowie ich mit anderen im Bezug stehe, bin ich abhängig – gefühlsmässig wohlgemerkt. Dann hoffe ich, dass mein Chef mich mal wieder an was spannendes lässt. (Enttäuschung schon wieder erfahren). Hoffe im BDSM, eine Spielmöglichkeit zu finden. (Arbeit lässt mir keine Zeit). Von der Kirche will ich momentan gar nicht reden – die ist so was von weit weg und tot. Schade.

In der Therapie sind wir an einem Punkt angekommen, der mich schlucken lässt.

Ich sollte mir mich selbst als Kind vorstellen (da hab ich eines der wenigen lächelenden Bilder gewählt – ich mit 6 und Schultüte. Ob ich dem Kind in die Augen schauen könnte und es auch umarmen könnte. Ich war den Tränen nah und so blockiert. Nach all dem, was ich über Missbrauch und Vernachlässigung an „Schätzen“ gehoben habe, schaffe ich das nicht. Hier manifestieren sich gleichzeitig einige der wichtigen Dinge an meiner heutigen Prägung (Prägung! nicht dass dies richtig sein müsste):

  1. ich bin schuld. Egal an was.
  2. ich kann nix. Egal was.
  3. keiner liebt mich. Egal was ich tue.
  4. keiner liebt mich. Egal wer ich bin.
  5. [und das ist der wirklich gute (!!!) Punkt]: wenn ich gefesselt bin, kann ich mich fallen lassen und hoffe auf Zuwendung einer Lady (das mag Schmerz wie Zartheit gleichermassen sein). Aber hier, genau im Gefesseltsein, bin ich eins: Erwachsener Mann, der sexuelle Bedürfnisse auch in dieser Richtung hat, und Kind, das eben OHNE irgendwas zu leisten Zuwendung bekommt. Kein Schuld sein (ausser gespielt), kein Können-Müssen ohne Beachtung zu bekommen, keine Nicht-Beziehung (für BDSM braucht es m.E. Sympathie).

Erotic spanking on a male Bottom.A BDSM-style collar that buckles in the back. ...

Das erkenne ich im Spätsommer diesen Jahres und auch im Spätsommer meines Lebens.

Ich hoffe, den lichten Herbstnebel noch wegschieben zu können (den akuten wie den nachhaltigen) und noch einige Zeit den Sommer zu geniessen. Für beides muss ich mich gleichermassen unabhängig in meinem Wert machen und doch Beziehung suchen, finden, ausbauen.

Das „sich selbst lieben“ lernen, üben und akzeptieren. Damit ich auch anderen besser begegnen kann (und vielleicht sogar wieder mit der Kirche zurecht komme – obwohl ich diese als sehr oberflächlich erlebe).

English: Model Monique at Saltire Deutsch: Fot...English: Bent forward strappado

~ von Waltkaye - 9. September 2012.

Eine Antwort to “Spätsommer”

  1. möchte dich kurz wissen lassen, dass ich auch hier gelesen habe. dass ich antworten mag – aber mir fehlt grad kraft und zeit dafür.
    dennoch: bin da, schicke dir gute gedanken und wünsche mit dir, der sommer möge noch lange anhalten!

    lg,
    pajaneda

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