Geh zur Hölle

„Geh zur Hölle“… den Satz brauch ich glaub ich nicht mehr. Wieso?

 

Unter Hölle würde man landläufig wohl den Ort definieren, an dem man maximal von Gott entfernt ist und es – auf welche Art auch immer – qualvoll ist.

„Die Hölle – das sind die anderen“ sagt einer der grossen (?) Denker. Wie oft nehme ich das auch so wahr und wahr. Der Kollege, der an meinem Stuhl sägt (und gerade wieder einmal so was perfekt hingekriegt hat, und sich nun mit den Lorbeeren schmücken kann – vorher wurden Ideen behindert, nun aufgenommen und zu den eigenen gemacht – wie schön – und mit Resourcen nun vorangetrieben. Er schreibt auch noch _nett_ „danke für Deine Bemühungen“, das klingt schon zynisch, denn ich stehe grad als Depp vor meinem Chef). Aber nicht nur er.

Auch im AK und anderen Kreisen bin ich ja bedeutungslos geworden (schon eine Weile lang). Nach dem Ausscheiden aus vielem fällt das geringe Nachfragen auf. Und nachdem ich einen depressiven „out-of-office“ in meiner Mailbox drin habe, hat mich jemand kontaktiert und wollte mir die Polizei schicken wegen Suizid. Ich geändert, und oh Wunder, es kommt eine Testmail von eben jenem Menschen. Aber auf meine Antwort – keinerlei Feedback. Man stört sich also, dass ich depressiv und ggf. suizidal klinge; aber wenn ich es still und leise bin, dann kann ich erfreulicherweise endlich Suizid begehen? So scheint es mir nur logisch…

Die Liste lässt sich (nicht beliebig) verlängern. Es gibt kaum noch positive Kontakte (na ja, das Gute ist, auch nur noch wenige negative, von der Arbeit abgesehen). Egal ob online oder persönlich. Explizit danke: P, die hier ja noch fleissig mitkommentiert.

 

Meine private Welt besteht denn nun auch nur noch aus 4 Personen. 3 hier im Haus. Ich komme nirgends an, bin zu blöd, zu arrogant, zu misstrauisch, zu was weiss ich denn. Jedenfalls problematisch. Und damit bin ich beim Anfang: die Hölle, das sind die anderen, Oder ich. Egal – eines davon. Nahezu maximales Allein sein. Mit einigem innerlichen (zu viel davon) völliges alleinsein. Kann es nicht teilen, darf es nicht teilen. Bleibt in mir verborgen und brennt brennt brennt. Hässliche Seele in hässlichem Leib.

Die Hölle, das sind die anderen. Oder ich.

 

Seit einigen Wochen träume ich davon, mich vor meinem Arbeitsplatz mit Benzin zu übergiessen und anzuzünden (das kam erst nachts, nun manchmal tagsüber). Wüsste ich, dass es sicher klappt und eben doch schnell geht, würde ich es irgendwann vielleicht in Betracht ziehen. Die Angst vorm Scheitern und meine 3 hier halten mich davon ab. Dabei wäre dem inneren Brennen ein äusseres durchaus angemessen, oder? Geistlich sagt man ja auch, dass dem inneren Bekenntnis auch ein Äusseres (als Zeichen) folgen sollte. Wasser zur Taufe, Feuer zum Tode. Sehr logisch und sinnbildlich. Passt zu meinen Träumen; und wenn ich morgens aufwache, ist vor lauter Hitze das Bett durchgeschwitzt.

Also, ich glaube nicht, dass mir noch jemand „geh zur Hölle“ sagen muss. Ich bin an deren Pforte und schau manchmal noch heraus.

~ von Waltkaye - 24. Juni 2012.

2 Antworten to “Geh zur Hölle”

  1. ich kann dir nur eins sagen grad: sei behütet – ich denke an dich!

    lg,
    p.

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