Wert des Menschen (3): Gott und ich

Voraussetzung ist wohl für diesen Punkt, dass man einen Gott (dessen Existenz) zumindest nicht ausschliesst. 2. Voraussetzung – für Wertschätzung – ist, dass dieser Gott eine positive Einstellung zum Menschen haben könnte.

Nun, noch glaube ich irgendwie an den „christlichen“ Gott. Irgendwie, weil ich Zeit meines Lebens als Christ immer nur Zweifel (für mich) kenne. Weil ich mittlerweile zunehmend nicht spüre, dass dieser Gott wirklich da ist. Weil ich einfach zu oft die „dieser Mensch geht mich nichts an“ Erfahrung durch sein Bodenpersonal gemacht habe; nicht bei allen, das will ich wohl bekennen, aber doch genau dann, wenn ich Hilfe gebraucht habe in meinem Leben: in sämtlichen Krisen meines Lebens, z.B. die Suizidversuche meines Vaters inkl. erfolgreichem 3. Versuch, war niemand da, der geholfen hätte. Weder praktisch, noch seelsorgerisch. Meine Frau hat mir damals (3. erfolgreicher Versuch) Hilfe gegeben, aber sonst NADA. Ebenso – im Umgang mit BDSM – erfolglose Suche nach Akzeptanz und Hilfe – lediglich ein Seelsorger, über den ich über „die Brücke“ kam, aht versucht, mich gesund zu beten; dito ein 2., den ich selbst gesucht habe. Aber sonst niemand, den man hätte ansprechen können. Ebenso bei der – objektiv nachweisbaren und presstauglich dokumentierten –  heimischen Situation im Elternhaus: niemand da. Die evang. Kirchengemeinde hat dezent weggeschaut (ich war aktiv Mitglied), die katholische kam einmal im Jahr zum 6.12. vorbei. Jeder wusste über die Situation (das war nicht schwer herauszubekommen).

In den Jahren nach meiner Heirat – erstmal Ruhe hier. Aber auch nur kleine Krisen… Und wie es vor 3 Jahren losging? Weinend im Gottesdienst? Hilfe? Forget it…

Bleibt also unterm Strich nur die direkte Beziehung zu Gott. Ich habe die wohl nie richtig hingekriegt… Ich spür ihn nicht mehr. Aber ich habe das Beten auch weitestgehend eingestellt und es kommt nur noch situativ bei seltenen Gelegenheiten. Nach wie vor HOFFE ich, dass es ihn gibt. Wenn auch nicht mehr für mich („ich lande woanders“), aber doch für meine Familie.

Damit: mal wertvoll gefunden, dem nicht genügen können, biblisch gesehen „aussortiert“ zu „den Böcken“. So erlebe ich das.

~ von Waltkaye - 20. Mai 2012.

4 Antworten to “Wert des Menschen (3): Gott und ich”

  1. zeiten, in denen ich nicht (mehr) beten konnte, kenne ich auch. irgendwann habe ich den satz gelesen: wenn wir nicht wissen, was wir beten sollen, vertritt uns der geist (gottes) mit unaussprechlichem seufzen.
    das fand ich tröstlich, dass gottes geist für mich seufzt, wenn ich selbst das nicht mehr kann.

    außerdem gibt es menschen, die für dich beten. und glauben, dass du wertvoll bist.

    liebe grüße dir,
    pajaneda

  2. […] Um damit weiterzumachen: https://waltkaye.wordpress.com/2012/05/20/wert-des-menschen-3-gott-und-ich/ […]

  3. […] Um damit weiterzumachen: https://waltkaye.wordpress.com/2012/05/20/wert-des-menschen-3-gott-und-ich/ […]

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