Wert des Menschen (2): wie ich mich von anderen abhängig mache

Potentiell kann ich meinen Wert dadurch definieren, wie ich von anderen gexxxxt werde.

gexxxt heisst z.B.:

  1. vermutlich wahrgenommen
  2. tatsächlich wahrgenommen und reflektiert
  3. gezeigte Wertschätzung (allgemein) bekomme („Du bist doch wertvoll“)
  4. gezeigte Freundschaft / Zuneigung / Sympathie mitgeteilt bekomme („Ich mag Dich“)
  5. (positive) Handlung erfahren (z.B. Anruf, Hilfe geben, in den Arm nehmen)

Die Bandbreite geht hier also von meinem Verdacht bis zum Erlebten, ein schwieriges Umfeld. Denn meist ist man geneigt, Worte und Handlung, bzw vor allem deren Nicht-Vorhandensein als irgendetwas zu interpretieren, im „Nicht-„Falle als „egal sein“, als „wertlos“ sein. Bin ich es deswegen?

  • Ja, wenn ich mich genau davon abhängig mache.
  • Nein, wenn es andere Faktoren gibt, die über mich entscheiden.

Als Depressiver bin ich (leider) allzu oft auf dem „Ja“. Die – ehrlich gemeint – wenigen Kontakte positiver Natur, die über den Beruf hinausgehen – wiegen die gespürte Leere nicht auf. Sie werden auch immer weniger. Wie vor langem mal hier beschrieben, werden einsame Menschen automatisch noch einsamer (wurde wissenschaftlich auch nachgewiesen). Ist bei mir ebenso der Fall. Es sind 2 Leute, die mir das noch signalisieren, dass sie eine positive Einstellung zu mir haben (jedenfalls vermute ich das mal, vergleiche Punkt 3 oben) Ansonsten NADA. Niemand da. (Punkt 4 und Punkt 5 oben brauche ich erst gar nicht zu prüfen – das „ich mag Dich“ habe ich seit meiner Erkrankung (3 Jahre her) nicht mehr wahrgenommen, und Handlung… ohne Kommentar. Bin ja auch selbst schuld. Bin mit dem ewigen Hinterherrennen und Genöle ja auch anstrengend. Wer will sich das schon antuen?

 

Konsequenz: ich, Waltkaye, habe keinerlei Wert durch aussenstehende, von meiner kleinen Familie abgesehen.

Als „emotional instabile Persönlichkeit“ ist es damit für mich nur noch eine Frage der Zeit, wann Familie ebenso genug hat, wie die beiden letzten „externen“ Wertschätzer.

Es ist also besser, vom Konzept „externe Wertschätzung“ vollständig abzukommen, und ich werde das wohl angehen (müssen).

~ von Waltkaye - 19. Mai 2012.

3 Antworten to “Wert des Menschen (2): wie ich mich von anderen abhängig mache”

  1. ich wünsche dir so sehr, dass du einen wert in dir selber finden kannst. unabhängig von anderen.
    vielleicht kannst du dann erkennen, dass du auch für andere wert hast.
    bisher kannst du das durch deine eigenwahrnehmung nicht für wahr nehmen, dass andere dich schätzen.
    das macht mich traurig.

    lg,
    pajaneda

    • es tut mir leid, dich traurig zu machen. vielleicht ist es dann besser, wenn wir den kontakt einstellen?
      ich selbst kann einfach keinen wert bei mir mehr finden. und warum man mich schätzen sollte, ist mir auch nicht klar. ich mache Dich ja eben traurig. und anderen dürfte es nicht anders gehen.

      • nein. den kontakt abzubrechen ist die falsche reaktion.
        traurig werde ich ja gerade, WEIL ich dich für wertvoll halte, weil du mir nicht gleichgültig bist.
        *lächelt*
        außerdem bin ich ja nicht für mich, sondern für dich traurig – oder, wenn du so willst: mit dir.

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