Woche Monat Jahr ENDLOS

Ich habe aufgehört, die Wochenenden zu beschreiben, in ihrer Trostlosigkeit. Wieder liegt eines vor mir, wieder nicht an meinen Themen weitergekommen. NUR wieder ein Wochenende, tönt ja gar nicht so schlimm.

Leider geht das eben seit längerem so. Seit 5 Jahren auf der Suche, seit über einem Jahr auf der intensiven Suche. Erfolglos. Es ist wie ein endloses Band von Tagen, in denen ich mich immer mehr wieder mit Arbeit zuschütte (oder Zeit für die Familie nehme), weil sonst nichts voran geht. Kein Gegenüber, mit dem ich SM erleben kann.

So gesehen müsste man ja masochistische Lust empfinden, weil immer zum Scheitern verdammt. Nur ist das kein schönes Gefühl, sondern nur noch ungut schmerzhaft, einsam und eben trostlos. Wer wird mir hier Trost geben? Gott? Meine Liebste? Die halten sich bei diesem Thema fein raus. Und sonst kein „Licht“ am Horizont. Nur Düsternis.

Ich werde irgendwann wieder, wir vor der Klinik, in Arbeit ertrinken WOLLEN, nur um nicht diesem Gefühl weiter ausgesetzt zu sein, das ich nicht mehr aushalte. Ist schon für morgen, Samstag, voll geplant.

Nun, vor kurzem habe ich ja geschrieben, dass ich mir einen Termin gesetzt habe, bis zu dem ich noch probieren will, SM ins Leben zu holen. Das ist bald erreicht. Danach werde ich mich wieder so seelisch vergewaltigen und damit verkrüppeln wie vor 5 Jahren und die Jahrzehnte davor. Es ist die vorletzte Lösung.

~ von Waltkaye - 4. November 2011.

9 Antworten to “Woche Monat Jahr ENDLOS”

  1. Wieso musst du dir wegtun? Was bringt dir das? Ich glaub, dass du sicher jemanden finden wirst, mit dem du über alles sprechen kannst und dann brauchst du weder BDSM noch irgendwelche Selbstverletzungen.

    Würde mich sehr freuen, wenn wir einmal mailen würden!

    lg flummyflu

    • Nun, ich bin in Therapie. Warum man sich (nicht BDSM mässig) wehtut? Weil die Psyche doch aus sehr komplex ist, und weil man manchmal in einem solchen Tunnel (siehe „Tunnelblick“) ist, das man sich nicht mehr spürt und ganz dumpf wird. ES ist schwer, das nachzuvollziehen, wenn man das nicht selbst erlebt hat, aber vielleicht kennst Du ein paar andere Menschen, die Du das mal persönlich befragen kannst.
      BDSM: das kann ich als Bestandteil von mir anerkennen. So wie andere Leute blond sind, einen gegebenen IQ haben, oder was auch immer. Man kann drüber streiten, ob man es deswegen leben muss. Ich merke, dass es bei mir ohen nicht geht.

      • Eins würde ich dir trotzdem empfelen: Ordne dein Leben. Entscheide dich für eins und zieh eins durch. Beim Glauben: Zieh es am besten ganz durch. Leider verträgt sich der Glaube mit BDSM nicht, auch wenns viele nicht wahrhaben wollen.

        • Ledben ordenen: Das mach ich. Ich arbeite wieder, so viel es geht. Ausserdem versuche ich, emotionale Altlasten aufzuarbeiten. Das ist reichlich.

          Bite erkläre mir doch mal, warum sich Glaube und BDSM nicht vertragen? Mir ist kein theologisches Argument bekannt, das schlüssig ist.

          • Ich hab dir das schon am Anfang erklärt: Alles, was dein Gewissen spaltet und was dich zum leiden bringt und wo du traurig bist solltest du vermeiden. So wie schon aus deinen Berichten gelesen habe, findet du ja schwer jemanden, mit dem du deine Phantasien ausleben kannst, oder? Nicht ohne Grund findet du jemanden. Du willst etwas, bekommst es aber nicht so, wie du es dir wünscht. Am besten ist eben, dass du darauf verzichtest. Es geht hier weniger um den Teufel, ect, sondern einfach darum, was das mit dir macht. Wennst dir gut tut und es dir Spaß macht, dann machs, aber wenn du merkst, dass es dir nicht gut tut, dann lass es doch!

            • OK, das Argument verstehe ich.
              Allerdings ist es so, dass mir das tun tatsächlich gut tut, und das es nicht tun mich fertig macht. Das Problem ist dabei, dass es kein adäquates Gegenüber hat. (Rein statistisch gibt es – je nach Umfrage – zwischen 3 bis 10 mal mehr Männer, die submissiv sind, als Frauen, die dazu passend dominant sind. Wohl auch der Grund, warum das kommerzielle Geschäft in diesem Bereich ja auch gut läuft. Aber bei jenem fehlt die Beziehung und auch der Glaube.

              • Vielliecht ist es ja auch ein Indiz dafür, dass es etwas gefährliches ist.
                Hast du gewusst, dass alles, wo man seinen Körper verkauft nicht okey ist? Prostitution ist ja an sich schon etwas böses, da die Frauen herabgewürdigt werden. Der Mann benutzt die Frau und das ist ja etwas gemeines. Willst du von einer Frau benutzt werden? Jetzt rein objektiv!

                • Mmmmm.
                  ich meine, es gibt Prostiution aus Not oder Gewalt heraus, und solche, die aus freien Stücken zum Gelderwerb geschieht. Ein Masseur verkauft ja auch seinen Körper, oder eine Ballettänzerin. Solange das aus freien Stücken geschieht, sehe ich das in der Tat als Dienstleistung an. Und als subbie.. da benutze ich die Frau nicht. Es gibt da keinen Sex im herkömmlichen Sinne, die Lady bleibt in der Regel bekleidet und beschäftigt sich mit dem subbie. Kein GV.
                  Ob ich als Mann von einer Frau benutzt werden will? Mal ehrlich, das wollen viele Männer mal für wenigstens einen Moment. Aber die Thematik ist wesentlich differenzierter. Sich einmal fallen lassen, wo man es nicht an einem anderen Ort kann (resp. bekommt). Versorgt zu sein (im weiteren sexuellen Sinne). Sich in seinen Grenzen zu spüren. Das Gefühl, wie nahe Schmerz und Freude aneinander sein können. Kurz: einen Teil des Lebens spüren, das man auf andere Weise nicht bekommt. Da ist eine (bezahlte oder nicht bezahlte) Domina tatsächlich doch eher jemand, der mir hilft, oder?

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