Desaster, 2. Anlauf

Nachdem Freitag das äussere und folgend auch innere Chaos überhand nahm, war Samstag morgen die Stimmung hier im Clan reichlich gedrückt. SA nachmittags habe ich es dann auf eine nette Aufforderung durch Pajaneda geschafft, mich hier zu lösen und nach S. fahren; ich denke, es wurde hier zuhause begrüsst.  In S. angekommen, wurde ich sehr lieb begrüsst. Das war schön, dass mich ein paar sogar geknuddelt haben. Mir fällt das selbst oft so schwer, und ich bin dann froh (wenngleich auch immer verwirrt), wenn ich das erleben kann. (Verwirrt: warum sollte MICH überhaupt jemand knuddeln…?)

Der erste Teil des Abends war eigentlich prima. Ich hab auch versucht, ein wenig einzubringen. Ein tolles, unter die Haut gehendes Gedicht von K. war auch dabei.

Der 2. Teil lief für mich aber aus dem Ruder. Spielen war nicht angekündigt und ich ging davon aus, dass es auch nicht gewünscht ist (eigentlich finde ich es schön), aber dann wollte P. wirklich spielen. Mich hat es damit zu schnell überrannt, zumal der Absturz von vor 2 Monaten noch heute schmerzt. So habe ich das erstmal im Leben so was verneint; ich konnte einfach nicht und hatte nur wieder Panik. Trotzdem hat es mich, ohne selbst mitzuspielen, regelrechrt getriggert, die düsteren Momente stiegen hoch, und aus war es. Ich hab mich dann bei passender Gelegenheit weggeschlichen und hin nach Hause, nachdem ich im Auto eine Zeit geweint habe.

Ich versteh mich nicht: warum sage ich ein Angebot ab, zumal ich die Anbietende als sehr nett kenne und schätze.

Und weiter: während des Abends waren K. und P. beide da neben mir und schienen sich zu freuen, dass ich da bin. Ich habe es nicht geschafft, einen Dialog zu etablieren. Ich suche ja auch „nur“ Freundschaft, aber wenn dann die Gelegenheit ist, mal ein Gespräch zu habem, krieg ich es nicht hin. Wie weit bin ich eigentlich weg von der Realität meiner emotionalen Möglichkeiten? Ich biin wie jener aus dem Höhlengleichnis (Plato), der etwas neues erahnt, aber bei der ersten Umsetzung scheitert und sich lieber wieder selbst beschränkt. Unfähig.

ICH weiss nicht weiter.

Und heute morgen: das ganze versucht, meiner Liebsten zu erklären. Es blieb weitestgehend beim Versuch, denn schon nach der ersten Gefühlseinlassung wurde ich wieder einmal unsanft herausgerissen, sollte zum Handelnden werden etc… mit Depris vielleicht doch nicht immer so einfach. Ich wäre um „einfache“ Akzeptanz manchmal froh, aber meine Liebste neigt speziell bei mir gleich zu Ratschlägen. Auch diese sind Schläge, aber nicht die die man haben will. Kann man nicht mal zu Dingen sagen, „ja, das tut weh“ und es dann stehen lassen?

Nun, ich habe den Gottesdienst im AK damit auch bewusst verpasst. Schade und doch, ich hätte nur noch geweint, wie auch sonst. Gott ist fern, ich bin mir selbst fern, und meine Mitmenschen … ich erwarte zuviel? Was kann ich überhaupt hoffen, was ist überhaupt möglich? Glücklich die, die sich nicht verstecken müssen, die ihre Neigung und Themen mit jemandem teilen können. Ich beneide Euch. Ich war zu lange im seelischen Gefängnis, seit der Jugend, und weiss einfach nicht aus diesem Irrgarten heraus, um Beziehung zu gestalten.

~ von Waltkaye - 30. Oktober 2011.

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