Gestern heute morgen

Was klingt wie der Titel aus Star-Trek TNG, meint meine Gefühle und deren Schwankungen.

  • Gestern ging es mir gut. Ausflug nach Freiburg, Ikea, Starbucks und ein paar anderen Dinge, lädeln ohne groß zu shoppen. Gut, weil ich im hier und jetzt war, meine Probleme schon wegen des Verkehrs und der äusseren Reize einmal ausblenden musste.
  • Heute – JETZT – geht es mir wieder elend: ich fühle mich hinsichtlich meiner beiden Hauptprobleme (Arbeit und Sexualität) völlig im leeren, einsam, … Meine Liebste kann mir da nicht weiterhelfen, die Therapie ist halt nur 45 Minuten alle 2 Wochen, und sonst bin ich allein mit mir und dem mühsamen (Innen-)Leben
  • Morgen wird es wieder in die Arbeit gehen. Ich habe Angst vor dem Moment, wo mir mein Chef den Stuhl vor die Tür setzt. Das wird vermutlich nicht auf die Schnelle passieren, aber ein Indikator dürfte in ca 5-6 Monaten auf dem Tisch sein; davor habe ich leider schon wieder wachsende Sorgen.

 

Was heisst das nun für mich?

  • Im Job bin ich der, der handeln kann und muss. Hoffend, wenn es passiert, dass mein Alter keinen Hinderungsgrund darstellt, in einem IT Job nicht selbstverständlich.
  • In der Sexualität… bin ich weit davon entfernt, Hilfe zu finden. (Die, die mich kennen, wissen was ich meine.) Es macht mich langsam aber sicher kapputt. Es geht immer mehr in die Depression hinein.
  • Die Verarbeitung meiner Defiizite aus der Kindheit und Jugend schreitet langsam aber schmerhaft voran. Meine Eltern haben mich „grundversorgt“, auch mit Sympathie. Aber Liebe? So wie ich war und bin? Mehr als Grundversorgung war nicht drin. Ich merke das stark an meiner Beziehungsunfähigkeit und an Erinnerungen, die mehr und mehr an die Oberfläche kommen. Meine Mutter war sich immer selbst die erste, auch wenn sie das Gegenteil behauptet hat. Mein Vater abwesend…

Komisch ist bei alledem, dass es anfängt, mir alles egal zu sein. Solange meine Kinder und meine Liebste gut leben können, ist eigentlich alles, was mit mir geschieht, egal. Beziehungen, soher sie ich mir wünsche, fangen auch an egal zu werden. Ich bin nun schon länger in fast allen Kreisen, wo ich Kontakte gesucht habe, inaktiv. Nur noch in einem Kreis bin ich aktiv, als Webadmin. Und fertig. Mehr gibt es nicht, und ich vermute, es wird auch nicht mehr besser werden. Schade…. Egal… Ich bedeute nichts, und diejenigen, die was anderes schreiben, haben tatsächlich wenig Kontakt mit mir. Nicht persönlich, nicht telefonisch, allenfalls per Email/PN oder selten mal per Chat. Ich würde gerne mehr machen, aber egal für andere. ICH BIN NICHT WICHTIG. Nicht als Freund, nicht als Spielpartner. Es gibt noch ca 3 Leute, die mir ab und an Email schreiben (S – die das hier sicher noch liest, K und P) – Euch danke ich. Und doch sind wir keine Freunde, oder? Wir kennen uns nicht, und sehen uns so gut wie nie (am meisten noch K in Stuttgart, S habe ich schon bald ein 1/2 Jahr nicht mehr live erlebt und P lebt in Lübeck und ist weit weg).

Ich finde als Fazit: ich bin einsam aufgewachsen, das war durchs Elternhaus erzwungenermassen bedingt. Bin einsam erwachsen geworden, habe mich teilweise davon ablösen können und Familie gegründet. Aber seit meiner Krise vor weit mehr als einem Jahr merke ich, dass ich immer wieder einsam bin in den schweren komplexen inneneren Themen, in der Sexualität, in der Zwischenlichtzone meines Seins, zu einsam, um es auf Dauer haben zu wollen. Noch versuche ich, es zu ändern, aber ich habe mir jetzt eine letzte Frist gesetzt, dies zu erreichen. Ich kann nicht ein Leben lang hinter einem möglicherweise nicht zu erreichenden Phantom – Freundschaft und ggf. Spielpartnerschaft – hinterherrennen. Es zerreisst mich, oder ich muss mich zerreissen.

Anmerkung an diejenigen, die mir nun mit Gott kommen wollen: je länger je mehr scheint er mir nicht vorhanden zu sein. Es scheint ihm  (wie auch seinem Bodenpersonal = Kirche) ziemlich egal zu sein, ich bin es eben nicht wert, auch ihm nicht, aus dem Loch herauszukommen. Da kann man schlecht drauf sein, ihn anflehen oder klagen oder auch mal fluchen, egal was… es gibt keine Antwort. „Return to sender“ singt Elvis. Sofern es ihn wirklich noch gibt (ich zweifle immer mehr daran und verzweifle dabei auch an diesem Punkt), hat er mir damit eine klare Nachricht hinterlassen. „Dem der um Hilfe ruft, wird nicht geholfen“. „Der, einsam ist, wird einsam bleiben“. Wo bleibt der christliche Trost?

So schliesse ich mit dem „morgen“: soll das immer so weiter gehen, wie in den letzten 5-6 Jahren, wo mit die Dinge allmählich schmerzhaft bewusst wurden? Wo ich ausgebrannt ins Krankenhaus kam? Mit Suizid-Versuch und SVV? Irgendwann muss ich doch „Erfolg“ haben.

 

Randbemerkung zu was ganz anderem: Morgen, ebenso symolisch für die Zukunft gemeint, kämpft auch meine Liebste um einen Job, um die notwendige berufliche Anerkennung. Sie ist in ihrem Job wirklich gut – will aber etwas anderes machen. Ich verstehe das ein wenig, aber dort, wo sie sich bewirbt, wird der fachliche Schatz in ihr einfach nicht gesehen. Zu alt… zu selbstständig… haben denn alle Chefs im öffentlichen Dienst Schiss vor mitdenkenden, selbstständigen Mitarbeitern? Der ÖD (die Abkürzung sagt alles) sollte, meine ich, seinen Status mit nahezu unkündbaren Beamten oder Angestellten endlich verlieren, dann wird da auch mehr gehen. Wie sagt ein amerikanisches Sprichwort: „First class people hire first class people, second class people hire third class people.“ Hart, aber beobachtbar.

~ von Waltkaye - 23. Oktober 2011.

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