Lass krachen

Vorgestern im Kino gewesen: Thor 3D. Hat mir seltsamerweise Mut gemacht. Vielleicht wohnt in mir auch ein kleiner Thor? Oder wenigstens Thörchen? Oder Töricht? Egal. Gestern hat es mich abends gepackt, und ich habe bis heute nacht 3 Uhr an einem Dokument gearbeitet für meinen Boss. Kreativ. Entwerfend. Zupackend. Wie in alten Zeiten.

Und jetzt, Freitag 17.00? Wieder das Gefühl, einsam und unten zu sein. Kraftlos. Keiner da, der mich auffängt. Liebste auf Fortbildung, aber in meinen besonderen Themen fängt sie mich nicht auf, das hat so schon lange signalisiert und genau da, an den wundesten Punkten, bin und bleibe ich allein.

Vielleicht bin ich nicht Thor. Vielleicht musss ich mich wie Münchhausen aus den Depris, den Suizidgedanken herausziehen. Aber einsam zu sein, ist mehr als schmerzhaft.

~ von Waltkaye - 13. Mai 2011.

2 Antworten to “Lass krachen”

  1. ich war ne weile nicht hier. aus gründen. und ich sehe mit freude, dass es das blog und damit auch dich noch gibt.
    was mir nicht gefällt ist, dass du noch immer die opferrolle bevorzugst und dich ins selbstmitleid zurückziehst.
    ja ich weiß, einem depressiven kannste 1000x mal sagen: „mach doch mal!“. kenn ich aus eigener erfahrung.
    von außen ist es ganz einfach:

    trenn dich von frau und familie und such dir einen neuen job. offenbar bist du auf deinem gebiet ja nicht sooo schlecht und hast erfahrungen. also: warum nicht mal unverbindlich gucken, den marktwert testen und bewerben? worauf wartest du? auf die kündigung? und dann? alg1 abwarten, bis es zu alg2 wird und jammern: „war ja klar, dass mir das passiert, ich habs eh nicht besser verdient. ich häng mich dann mal auf.“?

    was hast du verlieren? einen job, in dem du dich schon ewig unwohl fühlst.

    und was deine frau angeht: was hast du da zu verlieren? eine frau, die mit dir und deiner krankheit überfordert ist, sie nicht versteht und dir nicht helfen kann oder will. eine frau, die deine sexuellen vorlieben nicht teilt. es gibt so viele foren und börsen für bdsm im netz, wo du auf gleichgesinnte treffen kannst.

    eine trennung bedeutet nicht den untergang. trennungen sind chancen. aber die willst du gar nicht, denn du hast dich in deinem elend eingerichtet und badest im selbstzweifel und selbstmitleid. kenne ich alles aus eigener erfahrung. dieses loch in dem man da liegt und das einem nestwärme suggeriert, ist in wahrheit nichts anderes als ein tiefer, kalter keller. sich daraus zu befreien ist nicht einfach. der weg nach oben ist schmierig und du wirst immer wieder abrutschen und ein stück nach unten zurück fallen. du kannst dir hilfe suchen, leute, die von oben seile herablassen, aber auch das ist keine garantie für einen schnellen und reibungslosen aufstieg. der weg ist hart, ich kenne ihn. es macht keinen spaß, den aufstieg zu machen, aber das, was hier oben ist, das war es wert.

    echte emotionen, ein neues selbstwertgefühl, ein neues ich-gefühl. neue beziehungen, die, auch, wenn sie nicht von ewiger dauer waren, mir doch gezeigt haben, dass ich es noch kann, dieses lieben. ein neuer job ab sommer, mit dem ich meine selbstständigkeit zumindest unterbrechen werde.

    ja, ich kenne das unten. ich kenne die einsamkeit. die verzweiflung. diese unbestimmte traurigkeit, die einem die sinne vernebelt. ich weiß aber auch, dass das körperliche fehlfunktionen sind. dass da die chemie nicht stimmt. dass man das ändern kann. man muss es „nur“ wollen.

  2. kopfgefickt: wow! und applaus für die deutlichen worte – von denen ich mir auch für mich etwas mitnehme.
    danke!

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