Neuanfang

Lange habe ich nichts geschrieben. Klinikaufenthalt, incl. Suizidversuch, Tiefen, Höhen, Suchen und Finden, u.v.a.m.

Nun will ich es langsam wieder angehen, von meinen Gefühlen zu schreiben. In Kurzform:

  • In der Klinik wurde ich behutsam aufgebaut, trotz aller Rückschläge (Suizidversuch etc.). Aber letztenendes habe ich gesehen, dass aus der tiefsten Krise Wachstum entstehen kann.
  • Meine Alpträume sind weniger geworden, wenngleich sie nicht weggegangen sind.
  • Nach wie vor denke ich immer wieder an Suizid, aber die Häufigkeit, Dauer und vor allem Tiefe sind von anderer Qualität. Es ist nicht mehr so „drängend“.
  • Meine beruflichen Fragen sind zum Teil geklärt, zum Teil angegangen. Aber auch einige Türen wurden mir verschlossen.
  • Meine Depressionen kommen seltener und ich kann besser damit umgehen. Vielleicht auch wegen des Medikaments, aber sicher vor allem wegen der Therapie in der Klinik.
  • Ich gehe eine ambulante Therapie an. Ein Gespräch war schon.
  • Ich versuche, ein Freundesnetz aufzubauen. Das ist nicht leicht, aber ich will es wagen. (Falls sich ein Leser angesprochen fühlt….) Ich möchte der inneren und äusseren Einsamkeit etwas entgegensetzen, denn ausser meiner Liebsten weiss eigentlich niemand genau, was in mir vor sich geht. Immerhin: einem Mitpatienten und einer Mitpatientin konnte ich mich öffnen, und ich hoffe, die Beziehungen hier bleiben bestehen.
  • Auch das BDSM Thema ist angegangen, in Absprache mit meiner Liebsten.
  • Selbstverletzungsdruck habe ich momentan gut im Griff, es ist auch weniger geworden. Die Therapie hat mir Skills gebracht, die ich nun nutzen kann, um dem Wunsch, die seelischen Schmerzen durch körperliche zu kompensieren, etwas entgegenzusetzen. Löst nicht die seelischen Nöte, aber kein SVV seit der Klinik.
  • Schliesslich ist auch geistlich einiges im Laufen. Ich versuche, den liebenden Gott wahrzunehmen. Allerdings stehe ich mit seiner Kirche eindeutig auf Kriegsfuss, und denke, dass ein Austritt besser wäre. Vielleicht wäre aber auch ein Konvertieren angesagt – in der Klinik war ein kath. Priester, der ebenfalls einen Burnout hatte, mit ihm hatte ich einige gute Gespräche.

Das erst mal „FYI“. Hoffe, es liest irgendjemand und kommt in den Dialog.

~ von Waltkaye - 17. Dezember 2010.

5 Antworten to “Neuanfang”

  1. Ich sehe, dass sich eine Menge getan hat, weil du bereit warst, dich darauf einzulassen. Ich wünsche dir, dass du deinen Weg weitergehst, dass du dir die Hilfe suchst, die du brauchst.
    Hast du dir eigentlich das Buch besorgt, das ich dir mal empfohlen habe?
    Und ja, ich mag mit dir befreundet sein, auch wenn uns viele Kilometer trennen und ein persönliches Treffen eher unwahrscheinlich ist. Aber du hast ja meine Handynummer 🙂

    Ich freue mich darüber, dass du wieder schreibst, denn auch das hilft. Du bist nicht alleine!

    • Hinsichtlich Buch – ich bin an einem Arbeitsbuch für das innere Kind, was mich viel Zeit, Gedanken, manchmal auch Energie und Tränen kostet. Viel mehr als eines schaffe ich nicht zur Zeit.

  2. Ich werde dir morgen mehr schreiben….schön das du wieder da bist 🙂

  3. […] https://waltkaye.wordpress.com/2010/12/17/neuanfang/ habe ich über meinen Neustart nach der Klinik geschrieben. Nun, einige Monate später, komme ich […]

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