Lemming oder Einsamer Wolf

Als Lemming sollte man ja partout über die Klippe springen – sprich jetzt wäre, würde ich moch so definieren, klar der Suizid dran. Als Einsamer Wolf, dem ich wohl eher etwas näher stehe, scheint es dann der Punkt zu sein, eben _einsam_ den Mond anzuheulen. Gibt es überhaupt was dazwischen? Mir scheint nicht.
Sofern es einen Gott gibt (wovon ich oft überzeugt bin, aber oft auch zweifle), dann hat er mich zum Wolf gemacht. Gemeinde – Gemeinschaft? Ich komme nicht weiter. Ich schaffe den Wolfs-Sprung dorthin nicht. Sitze also vor der Kirche und heute dieselbe an; während drinnen alles freudig jubiliert. Tastsächlich kennt mich in der Kirche bei uns keiner. Bin halt nur gut zahlendes Mitglied. Dafür reicht es noch.

Oh, bei der Gelegenheit: ich habe in vorhergehenden Wohnort, bei einem offenen Gottesdienst, wo man seine Nöte, Wünsche, Ideen zur Gemeinde auf Zettel schreiben sollte, meine Depressionsnöte draufgeschrieben. Mit voller Namensnennung und Suizidgedanken. Was ist passiert? Nichts. Keine Rückfrage oder dgl…
Wenn man sich so im Management verhält, verliert man seine Glaubwürdigkeit. Aber Pfarrers? Die nicht!
Seelsorge scheint es also in meiner Gegend keine zu geben. Bleibt nur der Mond, den es anzuheulen gilt, bis ich mich dann doch als Lemming entpuppe.

Ergo: einsame Wölfe sind und bleiben einsam. Sie werden ausgegrenzt. Sie stehen vor der Wahl: Einsam oder Tod.

P.S.: habe den ganze Tag heute schon Schmerzen in der Herzgegend. Vermutlich wegen mehr Stress in der Arbeit. Sticht immer wieder. Mit etwas Glück bin ich bald OHNE Suizid Geschichte.

~ von Waltkaye - 25. Januar 2010.

2 Antworten to “Lemming oder Einsamer Wolf”

  1. Zum einen ist ja nicht ein muss, dass die Zettel, die auch ganz allgemeine Themen wie „Ideen zu Gemeinde“, enthalten, sofort gelesen werden.

    Und zum anderen machst du es dir leicht, indem du (wieder) in die Opferrolle schlüpftst. Sie (die Kirchenmitglieder) müssen sich bei dir melden. So bist du passiv – aktiv könntest du da anrufen und ein Termin zu einem Gespräch vereinbaren.

    Falls sie dann, nach einem Telefonat, immer noch nicht auf dich eingehen, weiss ich nicht nach welchen Glaubensgrundsätzen diese Kirche lebt….

    Gruss
    Hermes

  2. „Ergo: einsame Wölfe sind und bleiben einsam. Sie werden ausgegrenzt. Sie stehen vor der Wahl: Einsam oder Tod.“

    FALSCH! denn auch der einsame wolf hat sich irgendwann entschieden, das wärmende und sichernde rudel zu verlassen. je länger er einsam durch die wälder streift, umso schwerer wird es ihm fallen, ins rudel zurückzukehren. und irgendwann erinnert sich das rudel nicht mehr an ihn, andere rudel nehmen ihn nicht auf. so hat der wolf sich letztlich selbst verstoßen.

    menschen aber sind keine wölfe, sondern funktionieren anders. wie es in den wald hineinruft… gehst also du offen auf andere zu, werden sie dir offen begegnen. ERWARTEST du hingegen, dass nach einer langen zeit der selbstgewählten isolation auf einmal die menschen auf DICH zukommen, wirst du einsam bleiben. und was hermes schon sagte: aktivität bringt mehr als passivität. nur ist letzteres einfacher, weil vertrauter. ebenso, wie die opferrolle über die zeit ein gemütliches gewand wird, wie der jogginganzug zuhause. nicht gesellschaftsfein, aber bequem.

    vielleicht liegt die lösung deiner probleme in einer trennung von deiner frau. vielleicht liegt sie in einem klinikaufenthalt. vielleicht liegt sie in einem konkreten und radikalen lebenswandel. das alles kannst nur du ergründen. nur eins kann ich dir versichern. die lösung deiner probleme liegt weder im jammern noch im suizid.

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