SZ

Heute habe ich massiven Feedback bekommen auf ein Forum, von dem ich mir Unterstützung erhoffe. Leider mit viel Gegenwind. Offensichtlich mache ich es falsch. Kein Wunder. Selbst schuld.

Leider ist das ein Teufelskreis. Die gefühlte Einsamkeit nimmt momentan fortwährend zu. Neulich in der Therapie meinte meine Liebste, dass sie kaum Freundinnen hat – wir sind beim Zählen aber auf mehr als 5 gekommen. Aber natürlich ist immer was nicht perfekt… Wir haben dann gemeinsam überlegt, wieviele Freunde ich noch habe. LIM x für X->0.

Meine Liebeste will, dass ich mehr im Haushalt arbeite. Ok kann ich machen. Neben meiner Arbeitszeit von statistisch diesen Monat 62 Stunden pro Woche (und sonst auch so), einem Fahrweg von pro Tag 2.5 Stunden (also weitere 12.5 Stunden falls ich mal 5 Tage arbeiten darf) bau ich auch da noch ein Mehr ein. Sie ist wohl froh drum, dass wir unser Haus nach 10 Jahren abbezahlt haben, und dass wir uns einiges erlauben können. Aber es reicht nicht… ich liebe sie, aber wie weiter?

Irgendwo fehlt mir einerseits die Rückzugsmöglichkeit, und andererseits die Unterstützung. Ich kann mich artikulieren wie ich will, mit meinen Problemen und Wünschen – es kommt nicht an, ich tue Leuten weh. Ich muss ein absolutes Arschloch sein.

Hat überhaupt jemand Interesse an meinem Tagebuch? An mir? Auch wenn man mich nicht kennt?

 

Überdies habe ich heute nacht von meinem Chef geträumt, wie er mir sagte, dass er mich nicht gebrauchen könne. Und ich bin mies im Gefühl aufgewacht.

~ von Waltkaye - 10. Oktober 2009.

4 Antworten to “SZ”

  1. Pass mal auf, dass du keinen Burnout oder so bekommst, das hört sich für mich extrem gefährlich an. Dein Wert hängt ja nicht von deiner Leistung oder so ab, das wäre ja ganz schrecklich.
    Ne Zeit geht sowas gut, Probleme wegzuarbeiten, aber was danach kommt, weiß net.
    Nun, ich will dir jetzt keine Moralpredigten halten oder so (mache ich wohl schon…), aber bitte versklav dich nicht.
    Man ist nämlich nie „genug“, wenn man es erst werden muss.

    • Da hast Du sicher recht.
      Ich lerne auf mühsame Weise, dass „es nie genug ist“ – es scheint mir eine der Lebensmetaphern zu sein, die sich mir sehr verinnerlicht haben. Aus der Therapie her ahne ich, woher es kommt: zuhause nie genug Anerkennung und Vater war gleichzeitig DER Leistungsträger schlechthin, mit einem Arbeitsvolumen wie ich selbst. Ich konnte mich als Jüngster in der Familie strecken wie ich wollte – ich war immer nur „der Kleine“. So hab ich dann irgendwann angefangen, Vollgas zu geben – beruflich sicher nicht schlecht, aber ist es das richtige?

      Bezüglich dieser „nie genug“ Wertehaltung habe ich somit noch einiges vor mir – den Beruf nicht wegwerfen und trotzdem anders leben lernen.
      Da tut Anerkennung, die sich NICHT auf die Arbeit bezieht, gut. Manchmal das Gefühl von „hier bin ich so wie ich bin und darf so sein, so angenommen sein“. Letzenendes eigentlich eine Sache auch und gerade mit Gott. Aber eben (aussengesteuert) auch mit Menschen, d.h. ich sehne mich auch nach Sympathie und Freundschaft, oder wie ich es mal an einem anderen Ort geschrieben habe, nach der (virtuellen) Kuscheldecke im Kontakt mit anderen.
      Hab herzlichen Dank für Deinen Kommentar!

      • Das wünsche ich dir, dass du Freundschaft erfährst, die einfach auf dich als Mensch gerichtet ist. Klar, Gott liebt uns bedingungslos, sieht in unser Herz und so, aber ich weiß selbst, wie schwer das ist, zu glauben, wenn man es nicht – ganz irdisch – unter Menschen erlebt.
        Aber mehr als gute Gedanken kann ich dir da wohl nicht schicken. Bis dann…

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