Die Summe aus Judas und Thomas

Heute wurde mir im Gottesdienst, den ich manchmal besuche, eines klar (?).. man kann natürlich drüber streiten und vielleicht sehe ich das in ein paar Tagen wieder etwas anders. Aber trotzdem, die Einsicht ist mir wichtig genug, um sie JETZT, direkt nach dem Gottesdienst, festzuhalten.

Ich habe eigentlich schon immer, seit ich an einen Gott glaube, bemerkt, dass ich wie der Thomas aus der Bibel bin. Ständig am zweifeln. Ich kenne den Teil seit nunmehr bald 30 Jahren. Das, was Christen als „Heilsgewissheit“ benennen, habe ich nicht. Heute musste ich im Angesicht des Kreuzes in der Kirche für mich feststellen, dass ich ebenso viele Anteile von Judas in mir trage. Gott links liegen lassen kann ich gut, in meinem täglichen Leben. Oft gehe ich (zumindest in den letzten Jahren) auch nicht gerne in die Kirche – zugegebenermassen weniger wegen Gott, aber einfach weil ich den Kontakt zu einer guten Gemeinde verlorgen habe (Umzug) und hier wo ich lebe nicht mehr Fuss fassen konnte. Aber umgekehrt, wer sollte mit einem solchen Typen (siehe mein ganzes Blog) auch schon in freundschaftlicher Weise Kontakt haben wollen? Ich bin an zugegebenmassen kompliziert.

Jedenfalls habe ich gesehen, wie sehr ich auch Gott links liegen lasse. Jeden Tag was anderes mache, und mich eigentlich nicht mehr an ihn wende. Meine persönliche Erkenntnis „Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner“ hat ihre Früchte getragen. Wie Münchhausen muss ich mich aus meinem emotionalen Sumpf selbst befreien, andere können das nicht – sie wissen meist nicht davon, und wenn, sind sie nicht in der Lage dazu oder willens mir zu helfen.

In göttlicher Sicht müsste ich eigentlich auch gut unterwegs sein. Gott vergibt, er hat uns seinen Sohn, auch für mich geschickt. Und doch, wenn ich meine Bilanz ziehe, müsste ich ganz klar zu denen gerechnet werden, die am Ende der Tage auf der „schlechten“ Seite stehen – zu denen Gott sagt „ich kenne Euch nicht“. Er hätte absolut Recht. Ich bin Judas.

Wie meine Lösung zu meiner Krise ausschaut, steht auf einem anderen Blatt. Mal sehen.

~ von Waltkaye - 9. August 2009.

2 Antworten to “Die Summe aus Judas und Thomas”

  1. Nein, glaub ich Dir nicht. Weil Du´s ernst meinst, fühlt sich jedenfalls so an. Wenn ich Gott wäre, würdest Du ganz oben auf meiner „Rangliste“ stehen. 😉
    Du bist Du.
    Weißt Du, manchmal denke ich, ich bin wie der Henker von Jesus, aber ich glaube, das ist nur meine Sicht- er sieht das anders und dazu muss man kein Gott sein, nur nicht man selbst. 🙂
    Vielleicht bin ich doch nicht so schlimm…
    Und Du auch nicht!!!

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