Die Seele macht keine Ferien

•18. August 2014 • 3 Kommentare

Ferien… schon ein paar Tage lang.

Nur die Seele kommt nicht mir. Die bleibt beim Problem – dem Arbeitsplatz, dem dort abgeschossen sein. Es wird ja demnächst einen Wechsel eines Teils der Arbeiten an “Säge” geben. Ich bin sicher, dass das Spiel aber nicht aufhören wird. Dass es solange weitergeht, bis ich gegangen bin.

 

Gehen… das wäre schön. Zu einer anderen Arbeit, zu der meine Skills auch besser passen. Mein Chef hat ja oft genug gezeigt, dass er meine IT-Fähigkeiten zu 0% schätzt. Ich, der unfähige Informatiker. Diplom und PhD in dem Bereich, wie auch Berufserfahrung, sind alles nichts wert. Es ist wichtig, dass man sich selbst verkauft, und natürlich auch die Firma.

 

Man verkauft also seine Seele. Deswegen macht sie keine Ferien.

 

Ich habe Angst vor den nächsten Mails. Soweit ist es auch. Angst vor den nächsten Arbeitstagen. Jeder Chef und jede Firma vorher hat mir signalisiert, ich werde gebraucht, mit genau meinen Skills. Hier nicht. Aber wegbewerben… in meinem Alter und mit den Erfahrungen meiner jetzigen Firma (“keine Projekte!”) aussichtslos. Nur Meldungen wie “Leider nicht berücksichtigen können”.

 

Das Thema Suizid ist trotzdem etwas in den Hintergrund gerückt – ich versuche mich, so gut wie möglich abzulenken. Es wird wohl im September nach den Ferien wieder aktuell. Hoffe, dass ich bis dahin Therapie gefunden habe. Ich fühle mich so nutz- und wertlos. Lange halt ich es nicht mehr durch.

 

Zudem war ich bei Geistlichen im Kloster. Auch die haben keinen Rat gehabt. Sie kennen das Problem, wie auch neulich der Psychiater, der mich medikamentös einstellt.

 

Gott mach Ferien? Ich spüre ihn nicht mehr. Schon lange nicht. Das liegt an mir, auch zu dieser Beziehung bin ich unfähig.

 

Lande-“anflug”

•5. August 2014 • 1 Kommentar

Ich habe ihn erreicht.
Den Zielplaneten. Den Planeten, wo alles endet.
Vergleichbar dem Ort, zu dem Elefanten der Legende am Ende hingehen.

Eine Zeit lang flog ich durchs All.
Hier und da geschaut. Welten erkundet, Systeme erfolgen.
Auch den Zielplaneten sah ich, und flog in seine Nähe, nichts ahnend.

Anfangs wirkte er.
In mir. Majestätisch zog er seine Bahn.
Und so schlug ich die Umlaufbahn ein, nicht wissend der Konsequenzen.

Dann der erste Defekt.
Maschinen funktionierten nicht mehr so, wie sollten.
Ich wollte weg, von ihm – ein Landen auf dem Zielplaneten war tödlich.

Mühevoll reparierte ich.
Systeme funktionierten mit Ach und Krach.
Keine Funkverbindung zu denen, die helfen hätten können.

Oder, sie hörten mich?
Wollten aber nicht antworten, nicht reagieren?
Die Bodenstation blieb auf alle Anfragen stumm; nur ein Radio lief.

Schliesslich bin ich nun hier.
An dem Punkt, wo bald alle Maschinen versagen.
Keine Ersatzteile da, niemand der reparieren helfen kann, kaputt.

Auf mich gestellt.
Kreise in einer absteigenden Bahn.
Langsam nähere ich mich dem Planeten an, nicht freiwillig, aber machtlos.

Was soll ich tun?
Kann nur das Aufschlagen erwarten.
Werde dabei zerquetscht, getötet, jeglicher Kraft beraubt, kein Atem.

Wie auch?
Innen, im Schwarzschild-Radius.
Die Lebensverhältnisse in einem Schwarzen Loch sind un…..

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Ich kann dem entgehen, aber nicht weg.
Der Absturz ist sicher, die Frage ist nur wie.
Wie er-lebe ich das? Oder eben nicht? Ich kann entscheiden, es zu beenden.

Der letzte Entscheid.
Bevor es zu Ende geht, mit mir und meinem Raumschiff.
Entscheiden zum selbstbestimmten Untergang anstelle eines qualvollen Endes.

Wo ist der Unterschied zwischen tödlichem Anflug und Absturz?
Es gibt ihn nicht für mich, beim Schwarzen Loch.
Tot ist Tot.

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Ratloser Psychiater

•29. Juli 2014 • 2 Kommentare

Mein Psychiater heute, den ich wieder aufgesucht habe wegen der latenten Suizidialität, war auch ratlos. Medizin ist gut eingestellt, Psychotherapie Rezept hab ich, aber mit dem Job und meinem Alter… Das sieht er auch als Herausforderung und sieht leider auch keinen Lösungsweg. Ergo: wenn es ganz dringlich wird, Klinik.

Ich weiss, die Situation ist zwischen hoffnungslos und verfahren über durchhalten bis zu einem “es war einmal”…

Den Glauben an Wunder hab ich nicht mehr, und Gott? Scheint weit weit weg zu sein, er hat momentan auch wichtigeres zu tun, irgendwo in Gaza oder Afghanistan oder ….

So hangele ich mich manchmal von Stunde zu Stunde, wenn es geht Tage oder auch mal eine Woche. Versuche Lichtblicke zu finden, wie – hoffentlich – Fr und Sa in Stgt. Oder eine Woche drauf mit den Kindern.

Vor dem September und mindestens bis Weihnachten hab ich richtig Panik, denn dann geht es wieder mal um die Wurst.

Feurige Dinge gibt es, die gibt es nicht

•25. Juli 2014 • 2 Kommentare

Vorab – ich möchte mich nicht selbst loben (aber hab nix dagegen, wenn jemand das macht).

Bin zuhause am arbeiten. Gerade vor 30 Minuten macht mich mein Weib darauf aufmerksam, dass es 2 Häuser qualmt. Ich schau hin, und die Rauchwolke wird immer grösser. Schuhe an, sprinte dahin. Es brennt – eine große Hecke, glücklicherweise noch kein Haus und auch kein Verletzter. Aber der Besitzer steht mit seinen Söhnen etwas ratlos da, und montiert grad einen Schlauch. Die Hecke brennt so auf ca 5 Metern breite, sie ist 3 Meter hoch, Gefahr für 2 Häuser.

Und da kommt sie -MEINE GROßE STUNDE – lol.

Na ja, offensichtlich habe ich mich mit dem Thema Feuer gut genug auseinander gesetzt. Nachdem er hilflos und recht zaghaft oben löscht (oder versucht), biete ich ihm die Hilfe an, und er gibt mir einen Schlauch. Und ich lösche so gut es geht bei der Temperatur, erst auf der kritischen Seite (links) außen, d.h. die Büsche, die noch nicht brennen; dann von links nach rechts. Habe keine Angst, bin dem Feuer nahe, sehr nahe, z.T. so, dass mein Haare auf dem linken Arm verschmoren: schiebe bisweilen Äste beiseite, damit ich _in_ den Pflanzen löschen kann. Nach ca 8 Minuten ist die Feuerwehr da, aber da ist schon fast alles gelöscht.

Was soll mir das jetzt sagen? Ein Zeichen von Gott, mich brauche es? Vorweggenommene Feuertaufe? Keine Angst vor Feuer-Suizid? Ich bin ratlos erstaunt.

 

Das Gute das ich will das denke ich nicht, das Böse, das ich nicht will, denke ich.

•24. Juli 2014 • 3 Kommentare

In Anlehnung an einen ähnlichen Satz.

So spüre ich die gespaltene Seele in mir.
Es gibt Momente – seien es nur Sekunden oder im depressiven Gedankenstrudel auch mal 2-3 Stunden – da sind die Gedanken an Suizid so in mir wie ein alter Freund. Und ich möchte dann sterben und tot sein. Möchte in dem Moment das Leben hinter mir haben. Möchte mal einfach nicht existieren, oder aber Trost bei Gott, quasi auf dem Schoss von Opa, bekommen. Dann wird es richtig konkret, male mir aus, wie, wo, wann.

Es gibt andere Momente, da will ich leben. Da weiss ich, dass ein paar Menschen etwas mit mir anfangen können. Da spüre ich manchmal – und das fällt mir wirklich schwer – dass mich jemand mag. Und dann kommen dort auch Todesgedanken, aber nicht als Freund, nein, eher als Einbrecher. Die mir zuerst sagen, was ich wert bin (nichts). Und dann vom Sterben erzählen und es fast süsslich schmecken lassen. Verführende Zwangsgedanken.

Und doch… In der Analyse meines Lebens kann ich sagen, dass ich solche Gedanken seit rund 40 Jahren kenne. 40 Jahre meinen Suizid überlebt habe. Und die meisten Menschen würden mir das nie nie nie ansehen, so gut kann ich das Verstecken. Hier, in diesem Blog, da kann ich es auch offen schreiben.

Säge die nächste

•17. Juli 2014 • 2 Kommentare

Dieser Tage habe ich ein rundes Fest. Grund zum Freuen. Es kommen die Freunde, die ich habe (V.&K.), sowie eine Menge alter Bekannter und ein paar Nachbarn.

Und doch… Gestern beim Paartherapeut die Gelegenheit genutzt, mich zu outen, als meine Frau mal raus musste. Was mich treibt – Suizidwünsche:

Selbstverbrennung. Beim Arbeitgeber.

Frau war aufgelöst, verständlich aber nicht hilfreich. Er hat mir wenigstens den Mut zugesprochen, darüber zu reden.
Er hat dann nachgefasst, nun musste ich versprechen, mir dieser Tage lokal einen Therapeuten zu suchen, sonst ab in die Klinik. Ihm morgen ersten Bericht zu erstatten.

Irgendwie fühlte sich das noch richtig gut an, etwas Hoffnung.

Dann das heute, Kollege M, der mich schon abgesägt hat, hat auch eine Kollegin abgesägt. Ihr wurde gekündigt, ich (zuständig bis Sept. für das Produkt, in dem dann Säge das sagen hat, weil er jeden meiner Fehler ausgenutzt hat und sich selbst als Supermann darstellt) wurde nicht informiert und stand beim Mailing mit der Kollegin saudumm da. Und fast gleichzeitig wird wieder von ihm gegen mich gespielt (Mailing heute von ihm), er macht das sehr geschickt, würde man einen Krimi sehen, wäre es fast zu bewundern.

Aber ich bin wieder weiter abgerutscht, beruflich, emotional.

Das Leben ist eine Qual, die erst mit den Tod endet. Fazit zu meinen 50 Jahren.

•11. Juli 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Heute Nacht wieder Alptraum. Dachte es wäre überwunden. Heftig. Und mein Gefühl zu mir wird immer negativer.
Warum werde ich überhaupt bezahlt? Ehrlich, ich verstehe es nicht. Unnütz bin ich.
Unrat auf den Müll, Unkraut weggejätet, unnütze entlassen und entsorgen.

 
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